Benni-Mama: Große Ärsche auf kleinen Stühlen

Große Ärsche auf kleinen Stühlen
Benni-Mama
Humor
Fischer
8. Oktober 2013
Taschenbuch
240

Jede Mutter kennt das Problem. Irgendwann – entweder schon mit einem Jahr oder spätestens mit drei Jahren steht die Phase bei einem Kind an, da es in eine Gruppe geht. Entweder das Kind startet schon mit der Kita oder geht gleich in den Kindergarten.

Was aber viele nicht wissen, ist der Kampf, den sich schon werdende Mütter um einen der wenig vorhandenen Plätze liefern müssen. Benni-Mama hat sich in diesem Buch mal den Frust des Kampfes vor dem Erhalt eines Platzes von der Seele geschrieben. Aber selbst nach der Sicherung eines Platzes ist der Kampf noch lange nicht vorbei. Nur hat sich der „Feind“ geändert. Dann muss man nämlich nicht mehr die Damen und Herren von der Platzvergabe von sich und seinem Kind überzeugen, sondern gegen die anderen Eltern (-teile) im täglichen Dasein bestehen.

Benni-Mama zeigt hier an vier verschiedenen Elternteilen, wie sich der tägliche Wahnsinn im Kindergarten abspielen kann. Dafür lässt sie eine Therese-Mama entstehen, die als Kümmermutti immer alle Aufgaben an sich reißt und ohne die der Laden garantiert zusammenbrechen würde. Auch eine Bio-Bärbel ist mit dabei, die sich stets um das gesunde Essen der Kinderschar sorgt und dafür alle anderen Eltern mit entsprechenden Rezepten und vielen guten Ratschlägen versorgt. iDad, der als technisch-versierter Vater eine Sonderstellung in der Gruppe einnimmt und sich von daher auch nur um die Gestaltung der Homepage zu kümmern hat, dies jedoch sträflich vernachlässigt.

Jede Menge Neurosen, Allergien und anderes schleppt die Krümel-Mama mit sich herum und ist in ständiger Sorge um ihren kleinen Krümel, der ja ach so empfindlich ist. Auch Luzi-Papa nimmt eine Sonderstellung ein, da er als Witwer alleinerziehend und somit der heimliche Schwarm von allen Frauen ist. Die kreative Sheila-Mama ist zwar wahnsinnig kreativ, wird jedoch meistens ignoriert und kommt so kaum zum Zug. Und schließlich ist da noch Harkan-Mama, die als türkische Mutter eine Minderheit in der Gruppe einnimmt.

Benni-Mama beschreibt in ihrem Buch, wie sie zunächst verzweifelt um einen Platz für ihren Sohn gekämpft hat, diesen dann erhielt und sich dann in den täglichen Wahnsinn mit den anderen Eltern gestürzt hat. In kleinen Kapiteln, die zwar unabhängig voneinander und doch irgendwie zusammengehörig sind, widmet sich Benni-Mama typischen Kindergartensituationen. Angefangen vom Essen, über Putzdienste, Elternabende, Krankheitsfälle im Kindergarten, Kindergeburtstage, Wandertagen, Umzügen und vieler kreativer Ideen.

Tatsache ist, dass ich selbst als Mutter einer dreijährigen viele Situationen erkannt habe. Auch die von Benni-Mama geschaffenen Figuren fand ich teilweise eins zu eins in meiner Umgebung wieder. Sicherlich mag das ein oder andere überspitzt erscheinen, doch wer sagt, dass es nicht genauso verlaufen ist – irgendwo in einem kleinen Kindergarten?

Das Buch ist flüssig, witzig, selbstironisch und unterhaltsam geschrieben. Durch die kurzen, thematisch angehauchten, Kapitel entstand automatisch ein sehr schneller Lesefluss, bei dem die Situationskomik noch zusätzlich fördernd wirkte.
Mir hat das Buch gut gefallen, nur an manchen Stellen hatte ich dann doch so meine Zweifel, ob da nicht ein wenig mit Augenzwinkern übertrieben wurde.

Fazit:
Ein unterhaltsames Buch, bei dem sich Mütter von Kindergartenkinder sicher schnell zurecht finden und werdende Mütter gleich einen guten Einblick in das bekommen, was so in etwa auf sie zukommen wird.

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