Corenblit, Rachel: Einmal lieben geht noch

Einmal lieben geht noch
Rachel Corenblit
Belletristik
Penguin Verlag
12. September 2016
Taschenbuch
208

Seit Lucie sich vor drei Jahren von Pascale getrennt hat, ist sie Single. Langsam aber sicher nähert sich die junge Lehrerin der magischen Altersgrenze 40 und damit auch ihrer Panik, bis zum Lebtagsende alleine bleiben zu müssen.

Also wird Lucie aktiv und lässt keinen Versuch aus, endlich Mr. Right zu finden. Dafür greift sie möglichen Gelegenheiten auf, um einen Mann kennenzulernen.

Denn eins scheint ihr klar zu sein: Nur wer jagt, kann am Ende auch gewinnen.

Angezogen vom Cover und der Kurzbeschreibung hatte ich eine gewisse Vorstellung gehabt, was mich in dem Buch erwartet. Umso überraschter war ich, als nichts davon stimmte. Dieser Roman ist nicht locker leicht geschrieben, mit vielen Dialogen und ulkigen Szenen oder Fettnäpfchen. Er ist eher melancholisch und schwer.

Der Protagonistin Lucie konnte ich mich nicht wirklich nähern. Sehr distanziert und zurückhaltend beschreibt die Autorin Lucies Bemühungen, endlich wieder einen Partner zu finden. Beschreibt ihre Zweifel und Befürchtungen und lässt den Leser dabei nicht wirklich an Lucie herankommen.

Diese Distanziertheit hatte auf mich aber auch eine bestimmte Wirkung. Nach und nach spürte ich selbst die Verzweiflung, den Drang und den Wunsch nach einem Partner an Lucies Seite. Ich konnte ihre Gefühle wahrnehmen, ohne direkt darin einzutauchen. War berührt, aber nicht gefangen zwischen den Seiten.

Die Autorin hat eine ganz eigene Art der Schreibweise, in die man sich zunächst einlesen und vor allem einlassen muss. Hat man dies aber geschafft, so lässt einen das Buch nicht mehr los. Dennoch braucht man recht lange, bis man die knapp 200 Seiten gelesen hat. Denn das Buch fordert den Leser. Es ist kein einfaches Buch, sondern eins, das man spüren muss, bei dem man nachdenkt und selbst mit der Situation von Lucie so konfrontiert wird, dass man etwas melancholisch wird.

Fazit:
Auch wenn mich das Buch zu Beginn etwas verwirrt und überrascht hat, habe ich doch schnell Zugang gefunden und mich in der Welt von Lucie eingelebt. Wer hier allerdings einen locker-leichten Unterhaltungsroman erwartet, wird leider enttäuscht sein.

 

"Sie zögert nicht eine Sekunde, schwingt sich auf ihr Fahrrad und trotz dem Regen, die Räder rutschen über den Asphalt, und sie macht sich insgeheim Vorhaltungen. Es genügt, dass ein schöner Mann ihr befiehlt, sofort bei ihm anzutanzen, schon eilt sie herbei wie ein Hund, eine Hündin, wenn das Herrchen pfeift."

(S. 54)

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