Krischak, Detlef

 

(c) Detlef Krischak
(c) Detlef Krischak

Detlef Krischak (*1954, Gelsenkirchener) wohnte von 1987 bis 2015 mit seiner Frau und den Kindern in Lingen und ist jetzt wieder in seiner alten Heimat Ibbenbüren zurückgekehrt. Nachdem die drei erwachsenen Kinder das Haus verlassen hatten und ihre eigenen Wege gingen, suchte der pensionierte Bundeswehroffizier und Führerscheinprüfer nach einem anspruchsvollen Hobby. Der passionierte Vielleser ließ sich durch die Romane der Autoren Stieg Larsson und Jussi Adler Olsen inspirieren und begann 2010 eigene Krimis zu schreiben, die in Kiel und Umgebung spielten. So entstanden die Romane „Viererbande“ und „Witwentod“.

Auf Anraten vieler heimischer Leser, verlegte er den Handlungsort seiner Romane ins Emsland, gründete einen eigenen Verlag und verfasste als Indieautor den ersten Emslandkrimi „Brautmorde“, der im November 2012 veröffentlicht wurde und auch außerhalb des Emslandes viele Leser fand. „Fahrstunde in den Tod“ (2013), „Der Augenblick des Todes“ (2014) und „Tödliche Hetzjagd“ (2015) folgten als reine Emsland-Krimis.

Mit seinem aktuellen Roman „Der Rosenfälscher“ (2016) verlegte er die Handlung vom Emsland in das Tecklenburger Land und plant für 2017 ein neues Werk.

Auf der Autoren-Homepage unter www.detlef.krischak.de finden Sie weitere Informationen zum Autor und seinen Büchern.

 

 Carmen Vicari: Wieso hast Du Dich beim Schreiben für das Genre Krimi entschieden?

Detlef Krischak: Ich liebe Kriminalromane, die skandinavischen Autoren mag ich besonders. Schon seit meiner Jugend bin ich ein Krimi-Vielleser, da war es naheliegend, dass ich mich auf dieses Genre eingelassen habe.

Es bereitet mir außerdem große Freude, solche Geschichten mit Bösewichten zu entwickeln. Und ich sehe mir viele Krimis im Fernsehen an, allein schon deshalb, um selbst neue Ideen für neue Geschichten zu finden.

Zudem finde ich es interessant, den Guten gegen den Bösen antreten zu lassen und am Ende gewinnt immer das Gute … ist doch schön!

 

Carmen Vicari: Woher nimmst Du Deine Idee für Deine Romane, was inspiriert Dich bzw. fließen auch persönliche Ereignisse/Erlebnisse mit in die Geschichten ein?

Detlef Krischak:  Die Ideen stammen aus dem realen Leben. Zeitungen oder die Fernsehsender berichten täglich über unsägliche Grausamkeiten, Krimis flimmern auf allen Kanälen über den Bildschirm, Stoff gibt es also reichlich aus den Medien.

Menschen inspirieren mich, schräge und coole Typen. Aber auch die Stillen, Unscheinbaren – die geben die besten Mörder ab. Ich war viele Jahre Fahrlehrer und Führerscheinprüfer, meine Erlebnisse in den Jobs flossen z.B. in meinen Krimi „Fahrstunde in den Tod“ ein. Was habe ich in über 10000 Prüfungen nicht alles erlebt! Menschen sind so vielfältig – sie zu beobachten, macht mir Riesenspaß. Da fällt mir immer was auf, das sich in meinen Romanen wiederfindet. Psychopathen inspirieren mich besonders, Leute, die nicht richtig ticken. Da findet man Abgründe. Diese Typen kann man schwer im realen Leben entdecken, daher denke ich sie mir aus.

 

Carmen Vicari: Erstellst Du von Deinen Figuren bereits im Vorfeld eine Art Biografie oder lässt Du sie sich erst im Laufe der Geschichte entwickeln?

Detlef Krischak: Mir ist es vor dem Schreiben des ersten Satzes wichtig, um wen es geht, mit wem ich spiele. Daher erstelle ich von jeder Person, die im Roman vorkommt, einen detaillierten Personalbogen. Ich schaffe Charaktere, fast lebende, mit mir sprechende Figuren.

Sobald eine neue Person hinzukommt – das passiert während des Schreibens häufig – erstelle ich, falls sie für die weitere Handlung wichtig ist, ebenfalls einen Personalbogen. Schwer fällt es mir, ständig neue Namen zu erfinden. Da kombiniere ich sehr oft bekannte Vor- und Nachnamen. Es passiert mir auch hin und wieder, dass eine Figur während des Schreibens ihren Charakter wechselt, vom Bösen zum Lieben oder umgekehrt.

 

Carmen Vicari: Kann es passieren, dass sich eine Figur, die Du vorher gar nicht im Blick hattest, plötzlich regelrecht in die Geschichte drängt und mitspielen will?

Detlef Krischak: Ja. Das ist mir im Roman „Der Augenblick des Todes“ passiert. Da wurde aus einem Freund des Ermittlers plötzlich der Täter und ich war selbst überrascht. Er hat sich wirklich als möglicher Täter in den Plot gedrängt. Ich versuche aber meine Protagonisten und Antagonisten an der kurzen Leine zu führen, die sollen mir nicht auf dem Kopf herumtanzen. Wäre ja noch schöner … ich bin hier der Autor!

 

Carmen Vicari: Arbeitest Du eher strukturiert oder lässt Du Dich beim Schreiben treiben?

Detlef Krischak: Ich entwickle den Plot zuerst nur grob, lege fest, wann und wo die Geschichte spielt und wer dabei ist. Dazu erstelle ich eine Art Diagramm, einen zeitlichen Verlauf, den ich nach jedem Kapitel aktualisiere, um den Überblick zu behalten.

Ich bin also kein Plotter mehr, der jede Szene minutiös plant wie ein Drehbuch. Das habe ich mit meinem ersten Roman so gemacht und viel Zeit, Arbeit und Hirnschmalz in die Geschichte gesteckt. Bereits nach dem ersten Kapitel begann ich, das zweite Kapitel umzuschreiben. Das zog sich dann über den gesamten Krimi. Diese Zeiten sind vorbei, man lernt dazu. Nun gibt es ein grobes Konzept und ich lege los, das klappt bei mir am besten. Parallel führe ich mein Diagramm mit den Personen und den Zeiten.

 

Vielen Dank, Detlef Krischak, für die Beantwortung der fünf Fragen.

 

 

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