Holm, Klara: Möwenfraß

Möwenfraß
Klara Holm
Krimi
rororo
01. April 2014
Taschenbuch
320

 

Eigentlich wollte Luka nicht nach Rügen. Doch was tut man nicht alles der Liebe wegen? Denn als seine Frau Teresa eine Stelle auf Rügen bekommt, beschließt Luka sich bei der Kripo Bergen auf Rügen zu bewerben. Schon bald steht der Umzug von Düsseldorf nach Rügen an.

Noch auf den Umzugskisten sitzend, beginnen die ersten Probleme. Für Töchterchen Tilda ist noch kein Kitaplatz frei, Teresas Mutter weigert sich, die Kleine zu hüten und da Teresa auf eine Bohrinsel muss, bleibt es an Luka hängen, sich um die Kleine zu kümmern. Und so kommt es, dass er an seinem ersten Arbeitstag nicht nur zu spät erscheint, sondern auch noch in Begleitung seiner kleinen Tochter.

Kaum im Büro angekommen, ist vom Inselidyll nichts mehr zu spüren. Eine Leiche wurde gefunden. Die Frau wurde brutal mit einer Axt ermordet. Das neue Team unter der Leitung von Luka muss seine erste Aufgabe bestehen. Doch je weiter die Ermittlungen fortschreiten desto mehr muss Luka erkennen, auf der Insel vergisst man nichts …

Der Einstieg in die Geschichte wird durch einen Prolog, bei dem das spätere Opfer kurz kennenlernen kann, erleichtert. Kaum hat man den Prolog gelesen, möchte man wissen, wer hinter dem Angriff auf das Opfer steckt und welches Motiv vorliegt. Jedoch lernt der Leser zunächst Luka und seine Familie kennen.

Luka, frisch auf Rügen eingetroffen, muss dort erst einmal alles kennenlernen. Die Menschen, die Mentalität und vor allem die Insel. Der Leser erhält eine kleine Hilfestellung, denn im Vorsatz zum Buch findet sich eine Karte von Rügen, auf der die wichtigsten Handlungsorte gekennzeichnet sind.

Klara Holm nimmt den Leser mit auf eine wunderschöne Insel, lässt ihn das Meeresrauschen hören und die salzige Luft schmecken. Aber auch die Krimihandlung kommt nicht zu kurz. Zusammen mit Luka und seiner Mitarbeiterin Conny geht der Leser auf Täter- und Motivjagd, lernt dabei die Insel genauer kennen und rätselt zusammen mit den Ermittlern, wer aus dem Kreis der Verdächtigen nun der Täter sein könnte.

Sprachlich wird man von der Handlung regelrecht mitgerissen. Man lernt viel von der Insel und der Mentalität der Bewohner kennen. Die Autorin schafft es, den Leser mitten in die Handlung einzubeziehen und führt ihn mehrmals einmal auf eine falsche Fährte. Aber sie zeigt auch die menschliche Seite der Ermittler auf und so bildet das Privatleben von Luka und Conny einen interessanten und zum Teil willkommenen Kontrast zu den Ermittlungen. Beide Ermittler haben ihre Eigenschaften und ihren individuellen Charakter. Mir hat sehr gut gefallen, dass sich beide im Laufe des Buches entwickelt und auch an ihrer Beziehung zueinander gearbeitet haben.

Beim Erzählstrang um den kleinen Maik, der etwas Schlimmes beobachtet hat und nun um sein Leben fürchten muss, hält der Leser automatisch den Atem an. Sehr emotional und einfühlsam, beschreibt die Autorin die Ängste eines kleinen Jungen, bei dem hofft, dass am Ende alles gut gehen wird.

Man spürt, dass dieses Buch nicht das erste ist, was die Autorin geschrieben hat. Die Spannung ist gleich da, sie weiß die Sätze zu bilden und auch wie sie die Handlung konstruiert, zeugt von Erfahrung. Das Ende ist rund und schlüssig, die Auflösung logisch. Jedoch kann man sich sehr gut vorstellen, dass es eine Fortsetzung geben kann und auf diese freue ich mich schon heute.

Fazit:
Eine abenteuerliche Reise auf eine Insel, bei der man neben einem gewissen Urlaubsfeeling auch noch eine spannende Kriminalgeschichte zu lösen bekommt.

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