Förg, Nicola: Glück ist nichts für Feiglinge

Glück ist nichts für Feiglinge
Nicola Förg
Krimi
Piper
9. März 2015
Broschiert
288

Sonja hat ein kleines Häuschen von ihrer Oma geerbt und wohnt seit dem dort mit ihrer Schildplattkatze Lady Goggo. Ihre netten Nachbarn erträgt sie eigentlich erst so einigermaßen, seit ihre Katze über eine Catcam verfügt und so die Geheimnisse der Nachbarn ausspioniert.
Dabei wollte Sonja mit der Kamera nur erreichen, dass sie weiß, wo sich ihre Katze herumtreibt und wo sie sie suchen muss, sollte Lady Goggo mal wieder verloren gehen.

Jetzt weiß sie doch etwas mehr über ihre Nachbarn, was sie gegen die ganzen Vorwürfe und unerwünschten besuche der Nachbarn abhärtet.
Doch dann sieht Sonja etwas auf der Speicherkarte der Kamera, das verdächtigt nach einem Frauenmord aussieht. Tatort: ihr netter Nachbar von nebenan.

Sonja ist total verwirrt und weiß nicht, wie sie sich verhalten soll. In ihrer Aufregung steckt sie die Karte zurück in die Kamera und hängt diese der Katze wieder um. Tags drauf ist Lady Goggo verschwunden.

Verzweifelt sucht Sonja nach ihrer Katze, kann sie aber nicht finden. Eine Nachbarin gibt ihr den Tipp, dass ihre Katze bei dem Nachbarn in den Bus gestiegen sein könnte.

Und schon befindet sich Sonja auf der Jagd nach einem Frauenmörder und auf der Suche nach ihrer geliebten Katze Lady Goggo.

Dies ist für mich das erste Buch von Nicola Förg. Erwartet man einen Krimi, so findet man Schwerpunktmäßig etwas ganz anderes. Das ist Buch vor allem eine Liebeserklärung an Island.

Die Autorin schafft mit Sonja eine unsichere, schüchterne und verklemmte Protagonistin, die sich im Beruf wie im Privatleben von allen ausnutzen und rumschubsen lässt, ohne dagegen aufzubegehren. Ihr einziger Anker scheint ihre Katze Goggo zu sein. Diese Protagonistin schickt sie auf eine abenteuerliche Reise nach Island, wo sie nicht nur total verpeilt versucht, ihre Katze wieder zu finden, sondern auch als Trampel mehr schlecht als recht auffällt. Doch Nicola Förg stellt Sonja die resolute Katla an die Seite, mit der sie – und damit auch der Leser – sich nicht nur auf die Suche nach der Katze macht, sondern auch die Mythen, Sagen und Schönheiten Islands kennenlernt.

Manchmal ging mir Sonja mit ihrer Art ein wenig auf die Nerven, so dass ich sie gerne mal getreten hätte. Glücklicherweise hat diese Aufgabe Katla übernommen und so stellt man bald fest, dass sich die Protagonistin weiterentwickelt und verändert.

Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass man auf jemanden wie Katla in Island treffen kann, der einen sofort und zu kennen regelrecht adoptiert, fand ich den Zauber der Geschichte doch überzeugend und habe die Geschichte binnen kürzester Zeit gelesen gehabt.

Die Geschichte an sich wirkt zwar einfach, jedoch steckt sehr viel mehr darin und hört man genau hin, so stellt man fest, dass die Anderen an der Geschichte mitgewirkt haben.

Das Ende ist in sich abgeschlossen, lässt aber dennoch Spielraum für eine Fortsetzung offen, auf die ich derzeit hoffe. Denn für eine Rückkehr nach Island hätte ich nichts einzuwenden.

Fazit:
Ein schöner Genremix, bei dem nicht das Krimielement im Vordergrund steht, sondern die Liebe zu Island, gewürzt mit einer kleinen Liebesgeschichte und einer größeren Wandlung einer sehr verunsicherten Protagonistin. Für mich die Empfehlung für schöne entspannte Lesestunden.

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