Dries, Maria: Der Kommissar und der Tote von Gonneville

Der Kommissar und der Tote von Gonneville
Kommissar Philippe Lagarde, Band 5
Maria Dries
Krimi
Aufbau Verlag
05. Dezember 2016
Taschenbuch
352

 

Der ehemalige Elitekommissar Philippe Lagarde genießt seinen vorzeitigen Ruhestand mit seiner Freundin Odette. Als aber im Wald von Gonneville ein mysteriöser Doppelmord geschieht, wendet sich sein ehemaliger Kollege Hauptkommissar Clerocs hilfesuchend an ihn. Durch das nahende Ende der Schwangerschaft seiner Freundin, möchte Clerocs nur ungern den Fall selbst übernehmen. Lagarde muss sich aber nicht alleine in die Ermittlungen stürzen. Er bekommt unerwartet Hilfe von der neuen Polizeipraktikantin Karima Azmi.

Zusammen mit Karima stürzt sich Philippe Lagarade in die Ermittlungen, welche sich als gar nicht so einfach erweisen, denn der ermordete Großindustrielle Charles Mirbeau hatte nicht nur 2 Ex-Frauen, eine Noch-Ehefrau und eine Verlobte, er hatte sich in letzter Zeit auch viele Feinde, nicht nur in Frankreich gemacht. Während Philippe Lagarade und Karima noch die einzelnen Personen befragen, geschieht bereits der nächste Mord und setzt so das Ermittlerduo weiter unter Druck…

Das Buch ist der bereits der 5. Band mit dem Commissaire Lagarde. Ich kenne die Vorgängerbände nicht und wusste dies zu Beginn auch nicht. Daher war ich sehr angenehm überrascht, wie leicht mir der Einstieg fiel. Ohne Probleme konnte ich gleich in die Geschichte einsteigen, las nur dann später, dass es sich um den 5. Teil handelt. Man merkt es der Geschichte nicht wirklich an. Sicherlich gibt es ein freundschaftliches Gebändel zwischen Lagarade und Clerocs, das sich durch die Vorgängerbände erklärt, aber für die eigentliche Geschichte spielen die anderen Bände keine Rolle. Der Fall ist in sich rund und abgeschlossen.

Die Autorin verwendet viel Energie auf die Beschreibung der Umgebung, der Region und die französische Lebensweise. Man spürt dadurch, dass sie selbst die Region, in der sie ihre Geschichte spielen lässt, sehr mag. Dabei bedient sie sicher einer so schöne Schreibweise und Sprache, dass man regelrecht eintauchen kann in ihre Beschreibungen, das Kopfkino entwickelt die herrlichsten Bilder und schon bald entsteht der Eindruck, dass man sich selbst in der Region gut auskennt. Unterstützt wird dieser Eindruck noch durch eine kleine Karte am Anfang, mit der man die Geschichte auch Räumlich in Frankreich gut einordnen kann.

Der Roman entwickelt sich langsam, setzt immer wieder zu Spannungsmomenten an und steigt schließlich ab Mitte stetig an. Die Hinweise verdichten sich, das Tempo nimmt zu, viele haben ein Motiv und noch mehr eine Gelegenheit, die Tat zu begehen.

Ich hatte das Buch sehr schnell gelesen, mich dabei so in die Region und Protagonisten verliebt, so dass ich mir bereits den Vorgängerband besorgt habe, um Lagarde nicht zu schnell wieder verlassen zu müssen.

Fazit:
Für mich eine tolle Neuentdeckung zum Jahresende, ein Krimi, der zwar verzwickt ist, dabei aber dennoch über den Tellerrand schaut und dem Leser auch noch einen wunderbaren Einblick in die Region gibt.

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