Alioth, Gabrielle & Oeser, Hans-Christian (Hrsg.): Alles wandelt sich – Echos auf Ovid

Alles wandelt sich - Echos auf Ovid
Gabrielle Alioth & Hans-Christian Oeser (Hrsg.)
Kurzgeschichten & Anthologien
P & L Edition - Bookspot Verlag
11. Oktober 2016
Broschiert
208

 

2017 jährt sich nicht nur der Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg zum 500. Mal, auch der Todestag des antiken römischen Dichters Ovid findet zum 2000. Mal statt. Als Publius Ovidius Naso 17 n. Chr. in Tomis stirbt, ahnt niemand, dass er 2000 Jahre später immer noch bekannt ist und dass sich sogar das „PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland§ zu einer ganz persönlichen Auseinandersetzung mit Ovids Metamorphosen einlädt.

Die besten Beiträge findet man in dieser Anthologie vereint. Insgesamt haben sich 16 Frauen, 24 Männer in diesem Buch mit der Thematik auf ihre ganz persönliche und besondere Weise mit Ovid auseinandergesetzt und hierzu Texte, Geschichten oder Gedichte geschrieben.

Wie die Menschen, die die Beiträge geschrieben sind, auch die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Mal kritisch, politisch, poetisch, alltäglich oder schlicht. Man kann als Leser das Buch nicht einfach herunterlesen, dazu fordert es von dem Leser zu viel. Man muss sich selbst mit den einzelnen Beiträgen mal mehr oder weniger auseinandersetzen, sich damit beschäftigen und für sich selbst bewerten.  So kommt es auch, dass mir persönlich nicht jeder dieser Beiträge zugesagt hat, auch habe ich mich bei manchem gefragt, was dieser mit Ovid zu tun hat. Andere dagegen haben den Punkt, direkt auf den ersten Blick erkennbar, getroffen. Natürlich ist auch wieder ein – wenn auch recht kurzes – Gedicht von Burkhard P. Bierschenck dabei, der mich schon mit seinem eigenen Gedichtband begeistern konnte.

Im Einzelnen findet man folgende Beiträge:

  • Nichts vergeht (Gabrielle Alioth, Hans-Christian Oeser)
  • Tempora mutantur (Jürg Acklin)
  • Durst (Renate Ahrens)
  • Lawless und der Werwolf (Peter Arnds)
  • Ovids Tränen (Burkhard P. Bierschenck)
  • Ausflüge (Vera Botterbusch)
  • Cap de Creus (Irène Bourquin)
  • Der Maulbeerbaum (Rudolf Bussmann)
  • Augenlust und Sehverbot (Iso Camartin)
  • Capriccio für Narziss und Echo (Martin R. Dean)
  • Hämoglobin (Tanja Dückers)
  • Beständig unbeständig (Susanne Fritz)
  • Als ich mich noch verwandeln konnte (Stefanie Golisch)
  • Im Schnee (Sibylle Hoffmann)
  • Dädalus und Ikarus (Franz Hohler)
  • Exil (Gisela Holfter)
  • Rumänisches Halali (Gabriela Jaskulla)
  • Heil Sotter! (Andreas F. Kelletat
  • Meine zwei Besuche bei Publius Ovidius Naso (Fred Kurer)
  • Hoch hinaus (Gino Leineweber)
  • Vom Traum der Schaumgeborenen (Frederick A. Lubich)
  • Ein Lachen unter Tränen, den Göttern entwendet (Marko Martin)
  • Terrain vage. Feuerlauf (Klaus Merz)
  • Onkel Alexander und Ovid (Susanna Piontek)
  • Das Schweigen – Jesus trifft seine Mutter (Ute Rachowski)
  • Verwandlungsgeschichten (Lutz Rathenow)
  • Die Bibel (Axel Reitel)
  • Szenenwechsel (Dorothea Renckhoff)
  • Die Möwe J. (Dominik Riedo)
  • Intensiv (Peter Rosenthal)
  • Metamorphose einer Frau (Teresa Ruiz Rosas)
  • Entfremdete Landschaft (Heinrich G. F. Schneeweiss)
  • keinem bleibt seine gestalt, sagt ovid (Michael Starcke)
  • Einmal ein Gott sein (Verena Stössinger)
  • Grossmutter, warum hab ich einen so großen Mund? (Claudia Storz)
  • Das Fleisch meines Bruders (Leander Sukov)
  • Eine Ovid-Peripetie; X = NAME IO (Elisabeth Wandeler-Deck)
  • spare oh Knabe den Stachel (Rainer Wedler)
  • Herr Mosins Versprechen (Sebastian Weirauch)

Im Anhang findet man die Kurzbiografien aller Autorinnen und Autoren. In der hinteren Klappbroschur kann ein passendes Lesezeichen herausgetrennt werden.

Fazit:

Die Anthologie ist ein Buch, das zum Stöbern, finden und schmökern einlädt. Die Beiträge dagegen regen die Emotionen an, laden zum Nachdenken ein und beschäftigen den Leser u.U. auch noch eine Weile. Von daher ist das Buch ein ganz besonderes Werk, dem man einige Zeit widmen sollte, man wird darin entdecken können.

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