Qunaj, Sabrina: Die Tochter des letzten Königs

Die Tochter des letzten Königs
Ein Geraldines-Roman 1
Sabrina Qunaj
Historisch
Goldmann
19. Mai 2014
Taschenbuch
704

 

Bei einem Überfall auf ihr Dorf wird die 8-jährige Nesta gefangen genommen. Ihre Mutter wird getötet, ein Bruder kann fliehen und ihr kleinerer Bruder wird verstümmelt.

Fünf lange Jahre wird sie auf der Burg von Arnulf de Montgomery gefangen gehalten. Dann nimmt sie Henry mit sich, der später zu König Henry I. wird. Er selbst ist in Nesta verliebt und hat ein persönliches Interesse an ihr. Doch eine Ehe zwischen den beiden scheint unvorstellbar. Am Ende gibt Henry sie ihrem Feind Gerald de Windsor zur Frau.

Nesta macht in diesem Buch einiges durch. Als Kind wird sie verschleppt, gefangen gehalten und gedemütigt. Als junge Frau ist sie das Objekt der Begierde, doch sie gibt sich sehr zum Verdruss vieler nur einem hin. Mit ihrer Ehe ist sie zunächst unglücklich, doch dann blüht sie auf, um wieder verschleppt und gedemütigt zu werden. Aber Nesta bleibt trotz der ganzen Schicksalsschläge immer stark, auch wenn sie manchmal zweifelt.

Mit rund 700 Seiten ist dieser historische Roman nicht nur seiten-, sondern auch vor allem inhaltsstark. Man erfährt nahezu die komplette Lebensgeschichte von Nesta. Dies aber in einer Art, welche sich mit Büchern von Rebecca Gablé messen kann.
Die Hauptprotagonisten sind sehr plastisch beschrieben und nehmen schon sehr bald ihren Platz im Kopfkino ein. Sabrina Qunaj hat einen sehr angenehmen, leicht zu lesenden und dennoch fordernden Schreibstil. Zwar kann man in das Buch und die Geschichte regelrecht eintauchen, doch muss man bei den ganzen Figuren den Überblick behalten und auch bei den Ränkespielen darf man nicht den Faden verlieren.

Passend zur jeweiligen Situation baut die Autorin mit ihrem Schreibstil die dazugehörende Stimmung auf und vergisst dabei nicht, auch die Umgebung einen näheren Blick zu unterziehen und diesen dem Leser näher zu bringen.

Wie in vielen historischen Romanen, so werden auch hier fiktive mit historisch belegbaren Persönlichkeiten vermischt. Die Autorin zeigt die Unterschiede zum einen in ihrem Nachwort auf, gibt aber auch im vorangehenden Personenregister schon einen ersten Eindruck.

Was mir sehr gut gefallen hat, die Autorin weißt wirklich jeder Figur – und das sind in diesem Buch nicht gerade wenige – einen eigenen Charakter zu.

Fazit:

Mit diesem Buch hat man viele tolle Lesestunden vor sich und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung „Das Blut der Rebellin“, die voraussichtlich am 16. März 2015 erscheinen wird.

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