Franz, Andreas / Holbe, Daniel : Der Fänger

Der Fänger
Julia Durant Reihe, Band 16
Andreas Franz, Daniel Holbe
Krimi
Knaur TB / Audiomedia
22. August 2016
Taschenbuch / Hörbuch
448 / 6 CDs

 

In einem abgelegenen Waldstück nahe bei Frankfurt wird eine männliche Leiche gefunden. Bei dem Toten handelt es sich um Oskar Hammer, einem Mann, der als Pädophiler angeklagt, aber nie verurteilt wurde.

Die Verletzungen gleichen einer Hinrichtung und auch sonst macht Hammer kein gutes Bild. Was ist geschehen? Wo steckte er die letzten Jahre?

Peter Brandt versucht an der Seite von Julia Durant zu ermitteln. Aber dauernd werden die Ermittlungen von oben behindert. Steine werden ihnen in den Weg gelegt.

Und dann taucht noch ein geheimnisvoller Phönix auf. Julia und Peter erkennen, dass mehr dahinter steckt als „nur“ ein einfacher Mord.

Ich habe das Buch wie auch das Hörbuch parallel gelesen bzw. gehört. Das Hörbuch ist eine gekürzte Lesung mit 6 CDs (471 min.).

Da ich mit dem Hörbuch begonnen hatte, war ich zunächst sehr verwirrt. Viele lose Handlungsstränge, Schauplätze, Personen, die alle irgendwie nicht zusammen zu passen schienen.

Daher las ich parallel immer noch im Buch die gehörten Passagen erneut, ergänzte noch das, was herausgekürzt wurde, aber die Verwirrung verschwand erst nach und nach. Mit Fortschreiten der Ermittlungen wurde auch die Geschichte immer klarer, das Ausmaß und auch die ganzen Schauplätze. Es ist kein einfacher Krimi, der sich nur um eine Leiche dreht mit einem Motiv.

Dieses Buch bietet sehr viel mehr, ist komplexer, man muss mitdenken, die Hintergründe durchschauen und sich auf die Geschichte einlassen.

Peter Brandt und Julia Durant kannte ich noch, als Andreas Franz die Krimis selbst geschrieben hat. Nun verleiht Daniel Holbe den beiden eine neue Stimme. Man kann, ja, mag die beiden Autoren nicht miteinander vergleichen. Daniel Holbe versucht zwar dem Charakter der beiden Ermittler treu zu bleiben, aber der Geschichte haucht er seinen eigenen Stil ein. Dieser ist von der Struktur her zwar dem von Andreas Franz angelehnt, aber dennoch eigen. Man muss sich gedanklich lösen und erkennt, dass auch Daniel Holbe eine sehr spannende und vor allem verzwickte Art hat, einen Krimi zu schreiben.

Aber genau dies macht den Reiz aus. Zu Beginn möchte man gleich aufgeben, weil man so verwirrt ist. Beißt man sich aber durch die ersten Seiten durch, ist man schon sehr bald mitten im Geschehen drin. Man versucht, die Ermittler zu unterstützen, möchte mitermitteln und selbst den ganzen Verbindungen auf die Spur kommen.

Fazit:

Hat mich der Krimi zu Beginn noch verwirrt, entwickelte er sich schon bald zu einem spannenden Geflecht, das man gedanklich nach und nach entwirren konnte und so das Ausmaß einer sehr  komplexen Geschichte offenbarte. Mir hat das Buch bzw. das Hörbuch sehr gut gefallen, auch wenn ich mir bei der Sprecherin Julia Fischer an manchen Stellen ein wenig mehr Akzentuierung gewünscht hätte.

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