Sagner, Karin: Monet: Einladung nach Giverny

Monet: Einladung nach Giverny
Karin Sagner
Kunstgeschichte
Bookspot Verlag
1. Juni 2013
Hardcover
132

Die Autorin Karin Sagner widmet sich in diesem Buch nur einem Teil der Werke von Claude Monet. Sie beginnt zunächst mit einer Einleitung, in der sie die Person Claude Monet , sein Haus, den Garten und Seerosenteich in Giverny als gärtnerische Anlage und irdisches Paradies vorstellt.

Der Text wird mit vielen Bildern, Fotos wie Werke von Monet aufgelockert. Auch lässt die Autorin Monet und viele Zeitzeugen mit wörtlichen Zitaten kurz zu Wort kommen. In der Einleitung findet der Leser auch gleich das erste Rezept (Auberginen & Tomaten). Das Haus wird im Detail inkl. der Aufteilung, Einrichtung (z.B. Möbel) und Farben der Räume vorgestellt. Dabei versteht es die Autorin, dies so plastisch zu schildern, als würde man selbst durch die Räumlichkeiten wandeln. Eine Karte vom Grundstück Monets dient zur Orientierung.Ab dem nächsten Kapitel stellt Karin Sagner Werke von Claude Monet vor. Sie beginnt dabei mit den Seerosenbildern und erläutert ihre Bedeutung. Es folgt die Impression Sonnenaufgang. Auch hier wird der Text wieder durch Abbildungen der entsprechenden Werke sowie Zitate von Monet bzw. Zeitzeugen aufgelockert. Im weiteren Text nimmt Karin Sagner bezug auf Das Felsentor (La Manneporte), Überwinternde Boote, Mohnblumenfeld bei Giverny, Dame mit Sonnenschirm, Kahnfahrt auf der Epte, Getreibeschober bei Sonnenuntergang, Vier Pappeln, Kathedrale von Rouen in der Sonne, Seine-Arm bei Giverny, Allee in Monets Garten in Giverny, Japanische Brücke – Harmonie in Grün und Japanische Brücke 1923.

Ein Porträt von Monet gemalt von Pierre-Auguste Renoir beendet den Teil mit den Werken von Monet und es folgt eine übersichtliche tabellarische Auflistung seines Lebens mit den wichtigsten Stationen und Ereignissen.

Rezepte aus der Rezeptesammlung Carnets de Cuisine” von Claude Monet schließen sich an. Das Design erweckt dabei den Eindruck, dass diese Seiten aus einem anderen Buch herauskopiert und hier abgedruckt wurden. Da die Schrift, auch wenn es wie Handschrift wirkt, sehr gleichmäßig und exakt ist, handelt sich nicht um eine Fotokopie, sondern um ein gut gemachtes Design, welches – zumindest mich – sehr ansprach und neugierig machte. Fünf Rezepte von der Vorspeise bis zum Nachtisch klingen in ihrer Beschreibung sehr verlockend und leicht nachzukochen. Zu Beginn findet man eine Liste mit den Dingen, die man für das Rezept benötigt, danach die Beschreibung der Zubereitung.

Die Autorin gewährt dem Leser sogar einen Einblick in den Garten von Giverny wie er heute aussieht. Mit zahlreichen Fotographien kann sich der Leser selbst einen ersten Eindruck von Monets Garten machen und so seine Reiselust neu entdecken.

Eine kleine Informationstafel gibt den Leser einen Hinweis darauf, wo der Garten zu finden ist, wann er geöffnet ist und wie die Eintrittspreise in Haus und Garten für das Jahr 2013 sind. Ein QR-Code unterstützt die Informationssuchenden. Hinweise zur Anreise sowie Lesetipps rund um Claude Monet runden den Informationsteil ab.
Es folgen die Fussnoten, in denen die Autorin ihre Quellen für z.B. die Zitate angibt. Einige leere Seiten mit Schreibhilfepunkten laden den Leser dazu ein, seine eigenen (Reise)Notizen niederzuschreiben.

Claude Monet dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein. Doch nur wenige kennen sein Leben, seine Werke und wie die Geschichte hinter seinen Bildern ist. Karin Sagner hat Kunstgeschichte und Germanistik studiert und über Claude Monet promoviert. Sie scheint dabei nicht nur ein Thema für ihre Promotion gesucht zu haben, sondern sie hat sich regelrecht in die Werke und das Leben von Claude Monet verliebt. Denn diese Liebe spürt man deutlich beim Lesen dieses Buches. Statt – wie ich zunächst befürchtet habe – ein weiteres trockenes Sachbuch zu schreiben, lies sie all ihr Herzblut in ihre Zeilen fließen, so dass der Text frisch und lebendig wirkt.

Ich habe mit Kunstgeschichte recht wenig zu tun und war daher sehr skeptisch, ob mir das Buch überhaupt zusagen würde. Doch schon nach den ersten Zeilen war ich gefangen. Gefangen von Claude Monet, seinen Werken, seinem Leben und dem frischen und fesselnden Schreibstil der Autorin.

Sehr gut gefallen haben mir nicht nur die zahlreichen Abbildungen von Monets Werken oder auch Fotographien, sondern vor allem die Passagen, in denen Monet oder Zeitzeugen zu Wort kamen. Sie lockern den Text nicht nur optisch auf, da sie in einem anderen Schrifttyp und mit giftgrünen Anführungszeichen deutlich gekennzeichnet sind, sondern sie geben dem Buch den gewissen Touch, etwas Besonderes zu sein. Die Zitate fügen sich dabei geschickt in den Fließtext, so dass dieser nicht unterbrochen, sondern ergänzt wird. Auch wenn ich die Stimmen der zitierten Personen nicht kenne – gar nicht kennen kann, hörte ich beim Lesen doch einen gewissen Personenkreis sprechen und fühlte mich in dem Buch zu Hause.

Natürlich geht die Autorin nicht auf alle Werke von Claude Monet ein. Einige Werke hat er kurz vor Lebensende sogar, den Überlieferungen zu Folge, selbst zerstört. In diesem Buch geht es vor allem um die Gemälde, die in Giverny entstanden sind. Karin Sagner möchte den Lesern nicht nur zeigen, dass Monet als Vertreter des Impressionismus auf der Schwelle zur Moderne stand, sondern auch, dass Claude Monet ein entscheidender Wegbereiter war.

Mit der Einleitung, in der Karin Sagner auf die Person Claude Monet , sein Haus, den Garten und Seerosenteich in Giverny als gärtnerische Anlage und irdisches Paradies eingeht, wird die erste Reiselust geweckt. Bei der Vorstellung der Werke, wächst der Wunsch, sich den Garten seiner Inspiration selbst einmal anzusehen, deutlich.

Die Biographie fand ich sehr interessant, wenn auch sprachlich ein Bruch zum vorhergehenden Fließtext. Dafür weckten die Rezepte meine Geschmacksknospen und die Fotographien von Giverny meine Reiselust.

Als tolle Boni sehe ich zum einen den Platz für eigene (Reise)Notizen und das schicke dunkelblaue – zum Einband passende – Lesebändchen an. Glanzpapier ist bei dieser Art von Buch ein Muss und wurde auch hier, ebenso wie ein farbenprächtiger Druck, verwendet. Durch die Ausgestaltung des Buches wirkt der Band, obwohl er mit rund 131 Seiten recht dünn ist, sehr edel und stellt eindeutig eine Bereicherung für meine Bibliothek dar.

Fazit:
Obwohl ich mich nur wenig für Kunstgeschichte interessiere, hat dieser Band mich überzeugt, gefesselt und regelrecht nach Giverny eingeladen. Für Monet-Interessierte ein Muss, aber auch für Laien eine spannende Lektüre und ein tolles Buch, das sich zum Verschenken eignet.

 

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