30.03.2017: Lesung mit Ralf H. Dorweiler im Thalia Planken, Mannheim

 

Als ich am 16.03.2017 zum Grillen in der Thalia Filiale Mannheim Planken war, stach mir ein kleiner Flyer ins Auge. Es ging um eine Lesung mit Ralf H. Dorweiler zu seinem neuen Buch Der Pakt der Flößer.

Zwar sagte mir der Autor noch nichts, das Buch hingegen schon. Immerhin schlummerte es schon gemütlich auf meinem SUB. Was lag also näher, als noch am gleichen Abend eine Eintrittskarte für die Lesung zu erwerben?!

Ich freute mich sehr auf diese Lesung, immerhin sollte ich einen – für mich – neuen Autor kennenlernen. Das finde ich immer spannend. Wie ist der Autor, wie gestaltet er seine Lesung etc.

 

Doch es kam alles ganz anders…

 

Anfang der Woche machte mir mein rechtes Auge zu schaffen. Es klebte zu, ich sah verschwommen und nur mit Bangen machte ich mich Montags und Dienstags auf den Weg zur Arbeit nach Ludwigshafen. Als dann in der Nacht zum Mittwoch auch noch Husten, Kopf- und Gliederschmerzen dazu kamen und ich das Auge praktisch nicht mehr öffnen konnte, war mein zweiter Weg an diesem Tag (der erste führte in den Kindergarten, die Kinder hinbringen) zum Arzt. Hier kam dann die Diagnose, Bindehautentzündung gepaart mit einer netten Erkältung. Gut, das „nett“ ist jetzt etwas übertrieben, aber immerhin beschäftigen mich die beiden Sachen seit Mittwoch ausgiebigst und letzte Nacht sogar nächtlich.

Die Lesung war für mich also gestorben. Ich konnte und durfte nicht mehr Auto fahren, fahren konnte mich aber auch niemand, denn ich sollte den Kontakt zu Menschen auf Grund der Ansteckung meiden. Was nun?

Mein Mann meinte dann schließlich, dass es eine Schande sei, die Eintrittskarte verfallen zu lassen. Uns fiel aber auch niemand ein, der hingegangen wäre. Daher beschloss er, selbst zu gehen, während ich die Kinder hütete.

Ich muss dazu sagen, mein Mann besucht selten eine Lesung und wenn, dann meist nur von Autoren, die wir schon kennen und mit denen wir teilweise auch befreundet sind. Er liest recht wenig und historisch praktisch gar nicht. Insofern war es also eine große Tat von ihm, was ich ihm auch hoch anrechne. Er ließ sich von mir die Karte und das Buch geben, packte seine Kamera ein und fragte mich noch aus, worauf er bei der Lesung achten soll, damit ich auch einen Bericht darüber schreiben kann.

Vollgepackt mit Informationen und anderem Gepäck zog er schließlich los, während ich die Kids davon zu überzeugen versuchte, dass Schlafen um die Uhrzeit keine so schlechte Idee sei. Als endlich Ruhe im Haus einkehrte, schnappte ich mir ein Buch und verzog mich auf die Couch, um auf die Rückkehr von meinem Mann zu warten.

Zwischendurch gab es noch kleine Nachrichten via Facebook, in denen er schrieb, dass wohl nur wenige Teilnehmer da wären und auch nicht mehr erwartet würden, was mich dann doch etwas erstaunte… weniger als 10 Zuhörer? Eine Hautnah-Lesung also?

Irgendwann nach 22 Uhr klingelte plötzlich das Telefon. Mein Mann hielt es scheinbar nicht mehr aus und nutzte unsere im Auto eingebaute Freisprecheinrichtung, um mir schon mal von dem Abend zu berichten. Ein gutes Zeichen? Ja! Definitiv!

Es stellte sich heraus, dass es wirklich eine Hautnah-Lesung war. Gerade mal 6 Teilnehmer waren gekommen, sowie 3 Thalia-Mitarbeiter. Der Autor war meinem Mann sofort sympathisch. Gleich zu Beginn stellte sich der Autor jedem Gast vor, wechselte mit diesem ein paar Worte, war locker und entspannt.

Die Lesung selbst war sehr unterhaltsam, denn der Autor saß nicht strack an einem Tisch und las vor. Nein, er stand, nutzte den Raum, gestikulierte, schauspielerte und Band immer wieder das Publikum ein. Auch las er nicht nur vor, sondern erklärte immer wieder etwas zu dem Buch, zu sich, wie er zum Schreiben kam, wie er zum historischen Roman kam und lockerte damit den Abend etwas auf.

Ein Höhepunkt war gewiss das Quiz, das er veranstaltete. Ein Quiz? Bei einer Lesung?

Ja, ich habe auch nicht schlecht gestaunt, als mir mein Mann von berichtete. Aber es war so. Mittendrin mussten zwei Freiwillige auf die „Bühne“ und sich den Fragen des Autors stellen. Es gab auch etwas zu gewinnen: Für den ersten Platz eine Flasche Wein, der Zweitplatzierte bekam eine kleine Flasche Wein.

Aber auch der Rest des Publikums musste nicht darben. Immerhin hatte die Thalia-Filiale wieder, thematisch auf den Roman abgestimmt, vorgesorgt. So gab es neben Wasser und Wein auch echtes Schwarzwälder Bier – Prost!

Eine andere Besonderheit, von der mein Mann mir berichtete, war ein Kurzfilm, eine Art Trailer zum Buch, der im Vorfeld auf einem Laptop gezeigt wurde. Dieser Film sollte auf das Buch einstimmen und einen kurzen Einblick in die Thematik gewähren. Den Film findet man übrigens auf der Homepage des Autors.

Beendet wurde der Abend mit einer kleinen Fragerunde, denn viele Fragen waren nicht mehr offen. Das meiste wurde schon während der Lesung direkt vom Autor angesprochen und beantwortet.

Der Abend endete für meinen Mann mit Begeisterung und kaum war er daheim, konnte ich mir selbst ein kleines Bild davon machen. Mein Mann hatte teilweise die Lesung mit dem Smartphone mitgeschnitten, so dass ich mir ein paar Passagen anhören konnte.

Ich muss ihm Recht geben, der Autor hat wirklich das Zeug zu einem Hörbuchsprecher. Er hat eine tolle Stimme, spricht akzentuiert und weiß den unterschiedlichen Figuren eine eigene Seele einzuhauchen mit seiner Stimme.

Es scheint wirklich ein toller Abend gewesen zu sein, den ich da verpasst habe. Ein wenig wehmütig hörte ich mir eine Datei nach der anderen an. Bilder hat mein Mann leider nur wenige gemacht gehabt. Aus Rücksichtnahme auf die anderen Teilnehmer wollte er das Klacken der Spiegelreflexkamera nicht zu oft auslösen und damit womöglich die Lesung stören. Nun hoffe ich natürlich, dass ich irgendwann einmal die Gelegenheit erhalten werde, den Autor doch noch zu treffen und selbst zu erleben.

 

Bis dahin halte ich weiter Ausschau nach neuen Veranstaltungen im Thalia Mannheim Planken, denn irgendwie ist dort immer etwas los und der thematisch abgestimmte Rahmen sorgt immer wieder aufs Neue für einen gelungen und entspannten Rahmen für eine Lesung.

 

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