Gablé, Rebecca: Der Palast der Meere

Der Palast der Meere
Rebecca Gablé
Historisch
Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)
10. September 2015
Hardcover
960

 

London 1560. Eleanor of Waringham lebt bei Hofe als Vertraute und Spionin der protestantischen Königin Elizabeth I.. Eleanor stellt für viele eine Möglichkeit dar, zur Königin zu gelangen oder ihr Botschaften übermitteln zu können. Aber Eleanor sieht sich selbst als das Auge der Königin und versucht immer alles zu wissen und in Erfahrung zu bringen.

Doch dann verliebt sich Eleanor in den König der Diebe von London. Sehr schnell gerät Eleanor damit zwischen die Fronten und muss sich mehr als einmal fragen, wohin sie eigentlich gehört.

Zeitgleich erkrankt Lappidot of Waringham an den Pocken. Überlebt diese zwar, wird aber blind. Als Erbe des Earls scheidet er damit aus. Daher will Francis Waringham, dass Isaac of Waringham diese Bürde übernimmt. Isaac ist alles andere als begeistert von diesem Ansinnen und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Völlig überstürzt flüchtet er auf ein Schiff und reist als blinder Passagier gen Süden.

Während eines Unwetters jedoch, wird er entdeckt und ist dem Freibeuter John Hawkins auf Gedeih und Verderben ausgeliefert. Wird Isaac je wieder nach England zurückkehren?

Im fünften Band der Waringham-Saga stehen einmal nicht die Pferdezucht der Waringhams im Vordergrund, sondern gleich zwei besondere Mitglieder der Familie. Die Geschichte wird immer abwechselnd erzählt. Der Leser verfolgt so auf der einen Seite Eleanor, die Intrigen am Hofe und ihren erbitternden Kampf um Liebe und ein klein wenig Normalität, auf der anderen Seite wird der Leser Zeuge, wie hart das Leben auf See sein kann und wie die Sklaverei nicht nur Geld, sondern auch viele Sorgen und Nöte mit sich bringt.

Sehr interessant fand ich dabei, dass man auf den jungen Francis Drake trifft und dessen Lebensweg ein wenig, wenn auch aus der Ferne, verfolgen kann. Aber auch Elizabeth I. ist eine faszinierende Persönlichkeit, die in diesem Buch viel Platz für sich beansprucht und deren Facetten des irdischen Seins von allen Seiten beleuchtet werden.

Mir hat das Buch, wie auch bereits seine Vorgänger, sehr gut gefallen. Zwar habe ich ein wenig die berühmte Pferdezucht der Waringhams vermisst, jedoch wurde ich mit einigen interessanten Einblicken in andere Bereiche belohnt. Es ist zwar schön, zu den ‘waringhams’ zurückkehren zu dürfen, jedoch ist die Kenntnis der Vorgängerbände zum Verständnis dieses Bandes nicht zwingend notwendig. Die Geschichte an sich ist in sich abgeschlossen und schlüssig.

Fazit:
Ein weiterer Band der Waringham-Saga, der hoffentlich noch viele folgen werden. Man sollte sich zum Lesen Zeit nehmen, nicht nur, weil das Buch einen gewissen Umfang hat, sondern auch, weil das Buch viel zu bieten hat und man dementsprechend viel auch verarbeiten muss, aber es lohnt sich!

Reihe:

Band 1: Das Lächeln der Fortuna (1360 – 1399)
Band 2: Die Hüter der Rose (1413 – 1442)
Band 3: Das Spiel der Könige (1455 – 1485)
Band 4: Der dunkle Thron (1529 – 1553)
Band 5: Der Palast der Meere (1560 – 1588)

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