11.04.2017: Lesung mit Claudia Schmid und Guido Dieckmann im Museum Haus Cajeth

 

Heidelberg im Frühling 

 Heidelberg im Lutherjahr


Wen wundert es da, dass ich mal wieder unterwegs bin? Unterwegs durch Heidelberg. Mal wieder fast zu spät, wie sollte es auch anders sein?! So langsam bekomme ich Übung darin, durch die Hauptstrasse zu hetzen, da die meisten Lesungen rund um die Heiliggeistkirche stattfinden.

Auch heute war es wieder mal soweit. In der Haspelgasse – die mir zumindest mal etwas aus Claudia Schmids Romanen etwas sagte – sollte eine Lesung im Rahmen der Reihe „Luther 500“ der UNESCO City of Literature Heidelberg im Museum Haus Cajeth von statten gehen.

Nun kannte ich zwar die Straße, wusste, wo diese zu finden ist, aber das Haus sagte mir nichts. Vergeblich suchte ich nach irgendwelchen Hinweisschildern, fand mich dann in einem Hausflur wieder, wo ich dann auf eine Dame traf, die mir den Weg in den ersten Stock des Hauses wies. Was mich oben erwartete, verwirrte mich dann doch zunächst.

Ja, es ist ein altes Haus, wurde es doch bereits 1735 vom kurpfälzischen Münzwart Anton Cajeth erbaut – daher auch der Name. Egon Hassbecker gründete in diesem Haus zum einen eine Galerie, eine Buchhandlung, aber auch ein Museum für Primitive Malerei und errichtete eine Stiftung dazu.

 

Und hier sollte nun eine Lesung stattfinden?

 

Ja, denn ein kleiner Büchertisch sprach eine eindeutige Sprache. Aber erst einmal musste ich den Weg durch die Häuser finden. Klingt komisch, aber ein Blick auf das Bild erklärt es ein wenig. Im ersten Raum hingen nämlich Dutzende von Häusern aus Fotos gefertigt.

 

 

Im nächsten Raum wurde dann endgültig klar, HIER bin ich richtig. Sowohl Claudia Schmid, wie auch Guido Dieckmann waren schon vor Ort. Kurz vor 19 Uhr und es waren fast alle Plätze belegt. Am Ende blieben gerade mal 5 Plätze leer, der Raum war daher gut gefüllt und ich machte mir Gedanken, ob die Installation über mir halten würde …  und was das eigentlich ist?

 

Claudia Schmid las als Erste aus ihrem neusten historischen Roman Die Feuerschreiber vor. Das heißt, eigentlich erzählte sie vielmehr. Berichtete, welchen Bezug sie zu ISNY hat, wie es zu dem Roman kam, dass sie 2,5 Jahre an dem Buch gearbeitet hat. Immer wieder las sie ein Stück, sprach aber mehr, was sehr interessant war, bot es dem Zuhörer doch die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Claudia Schmid berichtete von den Hürden der Recherche, die Freuden von kleinen Erfolgen, die Entdeckung von Melanchtons archivierten Briefen, ihrer ganz besonderen Liebe zu Melanchthon und wie sie ihn bei ihren Recherchen immer besser kennenlernte.

Nach etwa 30 Minuten gab es dann eine kleine Pause, Claudia Schmid signierte fleißig, beantwortete die eine oder andere Frage, lockere Grüppchen standen herum, diskutierten eifrig über Luther oder andere Themen.

10 Minuten später ergriff dann Guido Dieckmann das Wort und stellte seinen, bereits 2003 erschienen, jetzt aber in neuem Gewand neu aufgelegten Roman Luther. Guido Dieckmann bot ein ganz anderes Bild. Er las deutlich mehr, gab damit einen größeren Einblick in die Geschichte.

Nach rund einer halben Stunde beendet Guido Dieckmann seine Lesung und es wurde die Gelegenheit eröffnet, den Autoren Fragen zu stellen. Selten habe  ich erlebt, dass diese Möglichkeit so schnell und eifrig genutzt wurde. Es waren auch nicht die typischen Fragen dabei, die man sonst bei Lesungen findet wie z.B.: Wie kamen Sie zum Schreiben?  Nein, es waren doch eher Fragen in Richtung der Materie, der Recherchearbeit und zur gedachten Intension der beiden Romane.

Claudia Schmid und Guido Dieckmann agierten bei allen Fragen wie ein Team, spielten sich die Bälle zu, beantworteten jede Frage, mal jeder für sich, aber gaben auch mal gemeinsam eine Antwort, wo der eine den anderen ergänzte. Man spürte, dass sich die beiden nicht nur kennen, sondern auch gegenseitig schätzten.

Viel zu schnell ging der Abend zu Ende, ein paar letzte Signaturen und schon löste sich die Runde auf. Ich bin wieder auf meinem Weg zurück durch die Heidelberger Altstadt, dieses Mal deutlich langsamer, aber auch nachdenklicher. Immerhin habe ich selten eine Lesung erlebt, bei der die Fragerunde so intensiv genutzt wurde, bei der soviel– auch bisweilen hitzig – diskutiert wurde und man sich dann am Ende mit einem Lächeln verabschiedete.

 

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