Archer, Jeffrey: Spiel der Zeit

Spiel der Zeit
Die Clifton-Saga, Band 1
Jeffrey Archer
Historisch
Heyne Verlag
13. Juli 2015
Taschenbuch
560

 

Bristol, England, um 1930. Der junge Harry Clifton wächst mit seiner Mutter und seinem Onkle Stan in den Hafendocks von Bristol heran. Als ihn seine Mutter Maisie zur Schule schickt, schleicht er sich lieber wieder davon, um stattdessen im Hafen abzuhängen. Doch dann trifft er eines Tages Old Jack Tar, freundet sich mit ihm an und wird nachhaltig von ihm geprägt.

Harry besucht die Schule, wird als Gesangstalent entdeckt und erhält ein Stipendium für eine Eliteschule. Dort trifft er auf Giles Barrington, dessen Vater eine Schifffahrts-Dynastie leitet. Obwohl Harry gesellschaftlich Giles nicht das Wasser reichen kann, verbindet die beiden Jungen schon bald eine tiefe Freundschaft.

Als Harry schließlich Giles Schwester Emma kennen und lieben lernt, muss Harry erfahren, wie beide Familien auf tragische Weisen miteinander verknüpft sind…

„Spiel der Zeit“ ist der Auftakt einer Saga von Jeffrey Archer über die Clifton-Familie. Harry als einziger Sohn von Maisie und Arthur Clifton hat es von Beginn an nicht leicht. Sein Vater ist tot, sein Onkel eine Erwähnung nicht wert und seine Mutter arbeitet hart und schwer, um ihrem Sohn eine bessere Zukunft ermöglichen zu können.

Der Autor führt den Leser in die Familie ein und lässt ihn zu einem Familienmitglied werden. Da der Autor neben seinem mitreißenden, flüssig zu lesenden Schreibstil auch eine ganz besondere Erzählform gewählt hat, ist dies auch leicht möglich.

Der Autor berichtet immer einige Jahre aus der Sicht eines Protagonisten. So fängt Maisie Clifton 1919 mit der Geschichte an, schon ein Kapitel später übernimmt Harry die Erzählung. Aber auch sein Freund Giles oder dessen Schwester Emma kommen zu Wort. Das erste Kapitel eines solchen Abschnitts ist dabei in der Ich-Form geschrieben, die restlichen Kapitel übernimmt dann ein auktorialer Erzähler der vor allem den Protagonisten begleitet, dessen Abschnitt es ist.

Natürlich kommt es durch diesen Erzählstil vor, dass sich manche Szenen wiederholen. Dennoch kommt beim Leser keine Langeweile auf, da der Autor die Szene aus einer anderen Sicht noch einmal erzählt und dabei auch die Gedanken des betreffenden Protagonisten preisgibt. Auch werden manche Szenen dadurch besser verständlich, weil man dann weiß, warum jemand so gehandelt hat oder was dahinter steht.

Jeffrey Archer hat mit seinen Protagnisten sehr starke authentische Charaktere geschaffen, die sich durch ein facettenreiches Auftreten auszeichnen. So kann man sie gut voneinander unterscheiden und ihre Vielschichtigkeit wirkt erfrischend beim Lesen.

Im vorderen Cover findet der Leser einen Stammbaum der Familie Clifton, während im hinteren Cover der Stammbaum der Familie Barrington abgedruckt ist.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, wo man sich jetzt schon auf den nächsten Teil freut und sich zeitgleich ärgert, dass dieser erst im November erscheinen wird. Zwar gibt es eine kleine Leseprobe zum zweiten Teil von ca. 20 Seiten im Buch, doch ist diese alles andere als befriedigend. Sie macht nur noch mehr Lust, weiter zu lesen. Doch zunächst heißt es erst einmal warten. Bis dahin geistern Harry und seine Freunde mir im Kopfkino herum und ich überlege, wie könnte es wohl mit ihnen weitergehen?

Fazit:
Ein gelungener Auftakt, der den Leser unterhält, ihn zum Nachdenken und Mitfiebern anregt und dabei lange Zeit nicht loslässt. Ich freue mich schon jetzt sehr auf den zweiten Teil.

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