Mattfeldt, Petra: Sekundentod

Sekundentod
1. Fall für Falko Cornelsen
Petra Mattfeldt
Krimi
Knaur
14. Januar 2014
Taschenbuch
368

An einem frühen Samstagmorgen wird Kriminalkommissar Falko Cornelsen zu einem abgelegenen Tatort gerufen. Die erfolgreiche Thriller-Autorin Rebecca Ganter wurde auf grausame Weise getötet. Ihre Nasenlöcher wurden mit Ohropax verstopft und der Mund mit Sekundenkleber verschlossen. Ganz so, wie sie es in ihrem neusten Roman beschreibt.

Zunächst sieht es nach einem Einzelfall aus, aber dann stellt Falko Cornelsen fest, dass ein Serienmörder unterwegs ist. Und er tötet nach den Vorlagen der Autorin Rebecca Ganter.

Falko Cornelsen rennt die Zeit davon, denn die Autorin saß bereits an einem neuen Buch.

Das Krimidebüt von Petra Mattfeldt reizte mich von der Thematik her. Eine erfolgreiche Autorin wird nach ihrer Romanvorlage getötet. Aber noch viel interessanter ist der Ermittler. Falko Cornelsen ist kein normaler Ermittler. Er hat sich zum Profiler ausbilden lassen. Als solcher versucht er sich mit Autosuggestion in den Täter hineinzuversetzen, um ihm auf die Spur zu kommen und seine Motive verstehen zu können. Seine Kollegen akzeptieren ihn, mit allen seinen Eigenschaften, auch wenn es sie manchmal nervt. Aber die hohe Aufklärungsrate spiegelt den Erfolg seiner Methode wieder.

Der Schreibstil von Petra Mattfeldt hat mir gleich von Anfang an zugesagt. Schnell fand ich Zugang zur Geschichte und zu dem Falko Cornelsen. Schnell wird er dem Leser sympathisch und plastisch.

Als klar wird, dass Falko Cornelsen die Zeit davon läuft, war es unmöglich, das Buch zur Seite zu legen. Dabei fing das Buch im Prolog mit einer Entführung an. Zunächst ist man überrascht, was der Entführer mit einer schwangeren Frau will. Stecken da persönliche Motive dahinter oder wieso hat er gerade diese Frau ausgesucht.

Auch das Auffinden der toten Autorin geht eher ruhig von statten. Ein Zusammenhang ist nicht zu erkennen, so dass sie zunächst zwei Schauplätze einstellen. Aber nach und nach verdichten sich die Ermittlungen und Erkenntnisse. Ein Täter wird gefunden, aber was ist mit der entführten Schwangeren? Die Geschichte wird immer verworrener und spannender. Aber die Autorin schafft auch Atempausen, in denen sie Falko Cornelsen den Lesern etwas besser vorstellt und ihnen auch einen Einblick in sein Privatleben gewährt.

Die Krimihandlung ist sehr verworren, aber logisch aufgebaut. Die Morde und der Zustand der Leichen werden teilweise sehr detailliert beschrieben, so dass man schon einen etwas stärkeren Magen benötigt.

Die Autorin hat es bei mir geschafft, mich an das Buch zu fesseln und dabei eine atemberaubende und sehr spannende Geschichte zu weben.

In der auktorialen Erzählweise begleitet der Leser zum einen Falko Cornelsen bei seinen Ermittlungen, aber auch die entführte Schwangere, die in den Händen ihres Entführers einiges zu ertragen hat. Die Verbindung zwischen den beiden Strängen wird nach und nach und man merkt deutlich, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit wird.

Hintergründe zur Tat, sowie die Auflösungen kommen erst im letzten Viertel des Buches, so dass man als Leser selbst seine eigenen Gedanken und Lösungsideen kreieren kann.

Die Geschichte umfasst 23 Kapitel, die jeweils mit Datum und Uhrzeit überschrieben sind. Zusätzlich gibt es noch einen Prolog und einen Epilog, in dem die Geschichte abgerundet wird.

Durch die beiden Hauptprotagonisten hat der Leser gegenüber Falko Cornelsen natürlich einen gewissen Wissensvorsprung. Jedoch ist dieser lediglich ein Raum, in dem man sich als Leser seine Gedanken zu der Geschichte, der Motivation des Täters und dem Täter selbst machen und die ganzen Puzzlestücke, die nach und nach auftauchen zusammensetzen kann.

Auch wenn ich bis jetzt nur wenige Krimis dieser Art gelesen habe, hat mich dieser Roman überzeugen können. Er hat mich gefesselt und ich habe bis zum Schluss mitgerätselt. Der Ablauf und die ganze Geschichte erscheint mir logisch und ich war nach beenden des Buches so begeistert, dass ich künftig wohl öfter mal in diesem Bereich stöbern gehen werde.

Petra Mattfeldts Schreibstil ist flüssig zu lesen. Die hat die Geschichte so konstruiert, dass diese immer mehr Fahrt aufnimmt und sich am Ende langsam wieder auflöst. Das offene Ende lässt auf ein Wiedersehen mit Falko Cornelsen hoffen.

Fazit:
Ein ganz besonderes Krimidebüt mit einem sympathischen Ermittler, einer vielschichtigen Geschichte und einer ganz eigenen Ermittlungsmethode, die den Leser zum Mitdenken anregt und zeitglich ans Buch fesselt. Meine Leseempfehlung auch für Neulinge in diesem Genre!

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