Völler, Eva: Zeitenzauber – Die magische Gondel: Band 1

Zeitenzauber - Die magische Gondel: Band 1
Zeitenzauber 1
Eva Völler
Jugendbuch, Fantasy
Bastei Lübbe (Bastei Entertainment)
19. August 2011
Hardcover / Ebook
337

 

Zeitenzauber 1Die 17jährige Schülerin Anna macht mit ihren Eltern Ferien in Venedig. Im Hotel lernt sie Matthias kennen, der ebenfalls mit seinen Eltern dort Urlaub macht. Ungefragt schließt Matthias mit Anna Freundschaft und begleite sie auf ihren Streifzügen durch Venedig, während die Eltern ihren eigenen Interessen nachgehen. Dabei stoßen sie auf eine merkwürdige rote Gondel, beachten sie aber nicht näher.

Zusammen mit Matthias findet Anna einen kleinen Maskenladen und ehe sie es sich versieht, ist sie im Besitz einer wunderschönen und passgenauen Katzenmaske. Abends berichtet ihr Vater von aktuellen Ausgrabungen. Als Archäologe hat er natürlich ein Interesse daran, vor allem an dem geheimnisvollen Brief, dessen Echtheit geprüft werden soll. Anna nimmt das alles nur am Rande wahr.

Tags drauf gehen alle gemeinsam zu einer Bootsaustellung. Mitten im Gedränge fällt Anna Sebastiano auf. Auch die rote Gondel ist wieder da und ehe Anna diese Information verarbeiten kann, fliegt sie schon im hohen Bogen in den Kanal.

Als sie wieder zu sich kommt, muss sie zwei Dinge feststellen. Erstens, sie ist nackt und zweitens, sie ist nicht mehr im 21. Jahrhundert.

Anna ist total verwirrt, war sie eben noch von iPod, Autos und Facebook umgeben, so kann sie diese Worte dank einer Sperre nicht einmal mehr aussprechen. Das Venedig im Jahre 1499 kennt diese Dinge schlichtweg nicht. Andere Wörter werden automatisch umgewandelt.

Anna wird von einem Mann zu einer Familie gebracht, bei der schon ein weiteres Mädchen lebt, das einen unfreiwilligen Zeitsprung hinter sich hat. Dort erfährt sie, dass sie nur wieder zurück kann, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt hat. Doch was ist ihre Aufgabe? Und wie kann sie diese erfüllen? Schnell erkennt Anna, dass nicht nur ihr Leben in Gefahr ist…

Eva Völler schreibt unter vielen Pseudonymen, doch mir am bekanntesten sind ihre historischen Romane unter Charlotte Thomas. Auch hier spielt sehr oft Venedig eine große Rolle.

In diesem Buch entführt die Autorin den Leser nach Venedig des 15. Jahrhunderts. Die Geschichte ist aus der Sicht von Anna geschrieben. Ihre Gedanken, Gefühle und Überlegungen sind dem Leser daher nicht fremd, sondern machen ihm die Verwirrung und den Willen zurück ins 21. Jahrhundert zu kommen, sehr schnell deutlich.

Anna kämpft um eine Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen, doch dafür muss sie ihre Aufgabe erfüllen, wie auch immer diese lauten mag. Und während sie auf diese Erkenntnis wartet, hat sie genug Gelegenheit, die Zeit in der sie gelandet ist, kennen zu lernen. Auch der Leser kommt in den Genuss und lernt nicht nur alte italienische Begriffe kennen, die in einer Fußnote erklärt werden, sondern auch, wie man damals z.B. zu einer Toilette (Abtritt) gesagt hat. Der intergalaktische Translator” macht es möglich. Fallen die Begriffe, die Anna verwendet, nicht der Sperre zum Opfer (z.B. Facebook), so werden sie zeitgemäß angepasst. Als Leser sieht man dabei, was Anna eigentlich sagen wollte und danach, was sie tatsächlich sagt.

Annas Wortwitz und ihre Schlagfertigkeit ist davon unberührt und so musste ich, trotz der Spannung der Geschichte, immer wieder schmunzeln oder kurz auflachen.

Annas Reise nach Venedig im 15. Jahrhundert scheint wie der kleine Ableger der großen Romane zu sein. Denn auch in diesem Buch merkt man an, dass die Autorin viel zu Venedig und dem 15. Jahrhundert recherchiert hat. Ihre Liebe zu Venedig kommt deutlich beim Leser an und reißt ihn förmlich mit.

Die Hauptprotagonisten sind sehr farblich. Anna ist eine typische 17jährige, leicht naiv noch, aber durch ihren Wortwitz einfach nur liebenswert. Auch Sebastiano wird immer farblicher und gegen Ende hat man gleich zwei neue Freunde gefunden.

Die Geschichte spielt ausschließlich in Venedig, wenn auch zu verschiedenen Zeiten. Die Schauplätze, die Umgebung und auch das Leben der Menschen, sei es nun das Leben einer kleinen Familie oder eines Politikers werden so anschaulich beschrieben, dass man es sich als Leser sehr gut vorstellen und hineinversetzen kann.

Das Buch beginnt mit dem geheimnisvollen Brief und weckt beim Leser die Neugierde, wie es zu diesem Brief wohl kam und was dahinter steckt.
Beginnt die Geschichte zunächst ruhig, steigt der Spannungsbogen spätestens ab dem unfreiwilligen Bad von Anna im Kanal spürbar an.

Der Roman ist in sich abgeschlossen, die Aufgabe gelöst. Jedoch gibt es gerade im Epilog einen kleinen Hinweis, dass es noch mehr Abenteuer mit Anna und Sebastiano geben könnte. Ein zweiter Teil ist übrigens am 14.03.2013 erschienen.

Fazit:

Eine spannende Zeitreise, die sowohl Jugendliche wie Erwachsene in ihren Bann ziehen wird.

 

Zeitenzauber 1

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