08.12.2017: 4. Krimitag in Mannheimer Polizeipräsidium

 

(c) Krimitag.eu

 

Es ist schon Tradition!

 

Polizeipräsidum Mannheim

… sagte Polizeipräsident Thomas Köber als er bereits zum vierten Mal die Pforten des Polizeipräsidiums Mannheim für den alljährlichen Krimitag öffnete. Weit über 100 Gäste nutzten die Chance, einmal das Polizeipräsidium mit dem historischen Spiegelsaal in Augenschein nehmen zu können und dabei den Geschichten von gleich vier Krimiautoren lauschen zu können.

Lesesessel im historischen Spiegelsaal

Werden im historischen Spiegelsaal sonst vor allem Beförderungen ausgesprochen, ging es am 08. Dezember eher kriminell zu. Es wurde gemordet, gejagt, gerätselt, Fallen gestellt und nicht zuletzt auch viel und herzhaft gelacht.

Polizeipräsident Thomas Köber begrüßte um 19.30 Uhr die Anwesenden und stellte kurz den „Schutzpatron des SyndikatsFriedrich Glauser vor, dessen Todestag am 08. Dezember gedacht wird. Ihm zu Ehren finden deutschlandweit und eine in der Schweiz in 16 (2016: 20)  Städten* Benefizlesungen statt, deren Erlös dem Weissen Ring e.V. zu Gute kommen. Bereits im vergangenen Jahr konnte Mannheim hier den drittbesten Platz für sich verbuchen.

Kriminalhauptkommissar Thomas Habermehl, Leiter des Weissen Rings e.V. Mannheim stellte danach die Arbeit des Weissen Rings e.V. ein wenig vor, gab Einblicke in ihre Tätigkeit und Wirkungsstätten und dankte vor allem seinem Team, das an diesem Abend die Anwenden mit Erfrischungen und Brezeln gegen Spende versorgte.

Das erste Buch liegt bereit

Danach ging es den Krimiautoren an den Kragen. Aber keine Angst, sie wurde lediglich mit einem Mikrofon ausgestattet. Doch ehe es losgehen konnte, mussten sich die Autoren gegenseitig ins Verhör nehmen. Drei Fragen galt es zu beantworten. Den Anfang machten Claudia Schmid und Wolfgang Burger, wobei Claudia Schmid die Fragen stellte:

 

 

 

  • Wolfgang Burger im Gespräch mit Claudia Schmid

    Mittlerweile ist der 14. Band um Alexander Gerlach erschienen, ein Ende noch nicht in Sicht. Kann Wolfgang Burger den „Kerl“ überhaupt noch ausstehen?

Ja, das geht. Mit ihm hätte Wolfgang Burger keine Probleme. Er mag ihn sogar recht gerne. Mehr Probleme und Sorgen bereiten ihm dagegen die restlichen Personen. Kriminalfälle zu finden sei kein Problem, Alexander Gerlach ist daher immer gut beschäftigt. Aber das private Umfeld wird dagegen immer schwieriger.

  • Kann sich Wolfgang Burger vorstellen, mal etwas anderes zu schreiben?
Wolfgang Burger

In der Tat! Aktuell sitzt er zusammen mit seiner Frau an einem Thriller. Hierfür haben sie erst jüngst sechs Wochen in Schweden verbracht, um gemeinsam an dem Buch zu schreiben. Der Thriller soll Ende nächsten Jahres erscheinen.

  • Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Erstaunlich gut. Gerade während der Zeit in Schweden hatten sie viel Spaß beim Arbeiten am gemeinsamen Buch. Für die Fans von Alexander Gerlach hatte Wolfgang Burger noch ein Wort des Trostes: Gerlach bleibt weiterhin erhalten!

Nach diesem kurzen Verhör entführte Wolfgang Burger die Zuhörer nach Heidelberg, wo er sie nicht nur vor einige Rätsel stellte, sondern auch einen kulinarischen Anschlag auf die ausübte. Immerhin war eine Passage aus dem neusten Gerlach-Krimi Die linke Hand des Bösen ein mehrgängiges Menü, das Gerlach zusammen mit seinem von Liebeskummer geprägten Freund zu sich nahm.

 

 

Claudia Schmid wurde im Anschluss von Wolfgang Burger in die Mangel genommen und durfte ihm Rede und Antwort stehen:

  • Warum fließt der Erlös des Abends dem Weissen Ring e.V. zu Gute?

Die Autoren gedenken damit einem Schriftstellerkollegen und unterstützen die Arbeit des Opferhilfsvereins.

    • Wie fühlt man sich damit?
Claudia Schmid

Bombig!

  • Wie verbringt die Autorin dieses Jahr Weihnachten?

Claudia Schmid wird sich zusammen mit ihren Figuren Edelgard & Norbert an die Nordsee verziehen, um dort an einem eigenen Buch mit Kurzgeschichten zu den beiden zu arbeiten.

Und damit die Zeit bis zum Erscheinen des Buches nicht zu lang wird, trug Claudia Schmid gleich die neuste Kurzgeschichte der beiden vor, die im Buch Badisch kriminelle Weihnacht erschienen ist. Laut – zumindest der Einstieg – und kabarettistisch. Aber auch erfolgte wieder ein kulinarischer Anschlag, denn das Buch stellt nicht nur einen literarischen Adventskalender dar, sondern gibt zudem noch 24 Rezepte mit auf den Weg.

Reich gefüllter Büchertisch von Bücher Bender Foto: (c) Claudia Schmid

Im Anschluss gab es eine kurze Pause, in der man sich entweder mit geistig oder kulinarisch erfrischen konnte. Der umfangreiche Büchertisch wurde auch in diesem Jahr wieder von der ältesten Mannheimer Buchhandlung Bücher Bender gestellt. Hier leerte sich der Tisch fast ebenso schnell wie der Tisch mit den angebotenen Brezeln und Getränke.

Leider leerten sich auch die beiden Teller mit den Pistolenkeksen, die die Autorin Claudia Schmid traditionell jedes Jahr backt und mitbringt, sehr zum Verdruss meiner Tochter, die sich schon auf die Resteverwertung gefreut hatte. Reste gab dieses Jahr zum ersten Mal nämlich keine.

Die Autoren nutzten die Zeit ein wenig, um ein kleines Selfie zu machen. Natürlich lies ich mir die Chance nicht entgehen, ein kleines Making of … zu fotografieren. Immerhin mutete es schon recht witzig an, wie sich vier Autoren vor einem Smartphone drängelten.

 

 

 

Making of … Autoren-Selfie
Autoren-Selfie mit Walter Landin, Wolfgang Burger, Claudia Schmid und Harald Schneider
Foto: (c) Claudia Schmid

 

Nach dieser kurzen Pause mit neuen Büchern, Brezel und Eiscola (die Cola war tatsächlich zu ¾ gefroren), ging es schon mit dem nächsten Verhör weiter. Dieses Mal nahm Harald Schneider den Autor Walter Landin ins Verhör und so erfuhren die Zuhörer:

  • Harald Schneider und Walter Landin

    Was gibt es neues von seinem Kommissar Lauer?

Der 5. Krimi mit Kommissar Lauer „Die achte Sure“  ist in diesem Jahr erschienen. Der nächste Band ist in Arbeit.

  • Was unterscheidet das neue Buch von dem gerade erschienen?

Während die Bände 1 -5 chronologisch vorgehen würden, führt das neuste Buch den Leser ins Jahr 1984 zurück, als Kommissar Lauer gerade mal 25 Jahre alt war. Diese Zeitreise ist gewiss nicht nur für den Leser interessant, auch für den Autor barg die Zeitreise einige ganz besondere Überraschungen und Erkenntnisse. (Stichwort: Schallplatten)

  • Was macht der Autor, wenn er gerade nicht schreibt?
Walter Landin

Walter Landin gestand, dass er nicht nur gerne 3h täglich mit dem Hund spazieren geht, sondern dass er auch die Gartenarbeit liebt und unheimlich gerne abspült. Bei diesen Tätigkeiten kommen ihm letztlich auch die besten Ideen für seine Bücher.

Als Walter Landin dann aus seinem Buch Die achte Sure vorlas, konnte man quasi zusammen mit dem Autor und seinem Protagonisten durch Mannheim spazieren gehen. Kennt man die Gegend um Engelhorn, Wasserturm und Co., war man den beiden gedanklich regelrecht auf der Spur und das Kopfkino konnte sich frei entfalten.

Die Quietscheente wartet auf ihren Einsatz

Den letzten Auftritt hatte der Autor Harald Schneider, der zusammen mit seiner Quietscheente erst einmal den Sessel entfernen lies. Viele der Anwesenden waren nicht minder verwirrt, wieso kam der gemütliche wie urige Lesesessel weg und was hatte es mit der Ente auf sich? Nun, sie sollten es bald erfahren. Zuvor jedoch musste auch Harald Schneider Walter Landin die drei Fragen beantworten:

  • Als Krimiautor hat Harald Schneider doch gewiss auch so seine Leichen im Keller.

Gerade setzte Harald Schneider an zu  dementieren, seine Leichen würden nicht im Keller sondern … überlegte er es sich und fragte zurück: „Das war doch eine rhetorische Frage, oder?“

Harald Schneider
  • Ob er hilfsbereit sei? Wenn ein Freund ihn an einem Freitagabend anrufen würde, er solle vorbei kommen, wie würde er da reagieren?

Nun, Harald Schneider meinte daraufhin, er würde ihn zunächst fragen, ob er Karten und Wein oder Schaufel und Müllsack mitbringen soll.

  • Wie es mit Palzki weitergeht?

Hier verriet der Autor, dass bis 2020 alle Bücher unter Dach und Fach sind und er nur kräftig schreiben müsse.

Und dann ging es auch schon los mit seinem Einblick in den 14. Band von Reiner Palzki – Parkverbot, der dieses Mal in Mannheimer Luisenpark spielt. Es zeigte sich dann auch, warum der Lesesessel weichen musste. Die Quietscheente kam kurz vor dem Höhepunkt seiner Lesung zum Einsatz. Diese leitet nämlich traditionell das atemberaubende Stakkato von Frau Ackermann ein, einer Nachbarin von Hrn. Palzki, die ihn seit jeher durch die Bücher verfolgt.

 

 

Damit endete auch der Abend, der nicht nur kriminell, kulinarisch, sondern auch sehr erheiternd war, denn es wurde viel und herzlich gelacht. Alle Akteure versammelten sich zum traditionellen Familienfoto

“Familienfoto” mit Walter Landin, KHK Thomas Habermehl, Harald Schneider, Claudia Schmid, Herr Polizeipräsident Thomas Köber und Wolfgang Burger

und dankten den Gästen für ihr zahlreiches Kommen. Im Anschluss wurde noch kräftig signiert, Gespräche geführt und es löste sich nur langsam auf. Die Stimmung war begeistert und auch meine Freundin, die mich dieses Jahr zum ersten Mal begleitete, war nicht nur begeistert, sie hätte am liebsten den Büchertisch aufgekauft und mitgenommen.

Signieren macht Spaß … zumindest Claudia Schmid

*Augsburg, Bamberg, Berlin, Coburg, Darmstadt, Düsseldorf, Essen, Mannheim, Möchengladbach, München, Ostwestfalen, Reutlingen, Stuttgart, Unna, Wiesbaden/Hofheim, Zürich

 

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