14.02.2018: Ein genussvoller Valentinstag mit Petra Scheuermann in der Lindt Boutique, Heidelberg

 

 

Was gibt es schöneres, als sich nach einem stressigen mit einem guten Buch zurückzuziehen? Ein Gläschen Wein oder ein leckerer Tee dürfen dabei logischerweise nicht fehlen. Doch was könnte es noch perfekter machen?

Etwas Süßes, natürlich! Und was passt zu einem Genuss-Krimi besser als ein wenig Schokolade? Vor allem, wenn in dem Buch sowieso von Schokolade die Rede ist…

Mit diesen Gedanken machte ich mich mit einigen Freundinnen auf nach Heidelberg. Wie schon im letzten Jahr, sollte auch dieses Jahr wieder eine Genusslesung mit Petra Scheuermann in der Heidelberger Lindt-Boutique stattfinden.

Schon im letzten Jahr war ich sehr begeistert von dem Abend und freute mich auf eine Wiederholung. Nun war es also endlich soweit.

Kurz nach dem Betreten der Boutique wurde uns schon die erste Aufgabe gestellt. Wir mussten uns entscheiden. Wollten wir eine heiße Schokolade Vollmilch oder eine heiße dunkle Schokolade trinken? Diese war im Eintrittspreis inbegriffen und wurde gleich zum Aufwärmen serviert. Vollmilch oder dunkle Schokolade? Eine schwierige Entscheidung, die bei mir zu Gunsten der Vollmilch ausfiel.

Herr Clausen, der Geschäftsführer der Filiale, begrüßte die Gäste und zeigte ihnen eine Kakaofrucht. Ich war ganz fasziniert von dem Glanz, den diese Frucht umgab, wirkte sie doch wie ein Replik auf mich. Doch sie war echt! Und sie war schwer. Denn ich durfte die Kakaofrucht nicht nur ansehen, sondern sie sogar in die Hand nehmen und daran riechen. Der Geruch erinnerte doch sehr an Kakao, auch wenn er recht dezent war. Herr Clausen erklärte einiges zu der Frucht und bemerkte, dass sie in der Pause angeschnitten werden würde. Ich war schon sehr gespannt darauf, hatte ich das doch bisher noch nie live gesehen.

Mit einer Tasse in der Hand machte ich mich auf die Suche nach einem freien Sitzplatz. Die vorhandenen Sitzgelegenheiten waren schon gut gefüllt, so dass die Wahl der freien Plätze sehr übersichtlich war. Noch im Hinsetzen wanderte mein Blick zu einem riesigen Lindt-Hasen, der hinter der Autorin hockte und zur Heiliggeistkirche blickte.

War der komplett aus Schokolade? Wie lange aß man daran? Und könnte man nach dem Verzehr überhaupt noch Schokolade sehen? All diese Fragen beschäftigten mich, ehe die Lesung anfing.

Doch dann ging es endlich los. Mit der Tasse auf dem Schoß balancierend, versuchte ich Petra Scheuermann zu lauschen. Dieses Jahr las sie nicht aus einem ihrer Genuss-Krimis mit ihrer Protagonistin Tanja Eppstein vor, sondern widmete den Abend vier Kurzgeschichten aus vier verschiedenen Anthologien. Der erste Kurzkrimi stammte aus Tödliche Schlückchen. Ihr Kurzkrimi  „Sein Täubchen musste sterben“ wurde aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Zur Unterstreichung, welche Seite gerade vorgelesen wurde, bot die Autorin den Zuhörern eine optische Erinnerung in Form eines Polizeifotos, wenn gerade die Polizei ermittelte.

Im zweiten Kurzkrimi  „Honigkuchen und Bankenkrise“ aus der Anthologie Imkermord & Bienentod gab die Autorin ein wenig von sich selbst preis, immerhin pendelte auch sie einige Zeit zwischen Heidelberg und Frankfurt mit Zug.

Nach den beiden literarischen Ausflügen, wurde eine kurze Pause gemacht. Die Gäste durften nun nach Herzenslust einkaufen, dabei 10 % sparen, verkosten und die Öffnung der Kakaofrucht erleben. Diese wurde von einer Mitarbeiterin geöffnet. Herr Clausen selbst ging dann mit einer Hälfte der Frucht herum, zeigte diese und hob kleine Stückchen davon heraus, die man probieren konnte.

Sahen die kleinen „Kammern“ aus wie Styropor mit einem dunklen Kern, so schmeckten sie ganz weich, saftig und frisch. Der dunkle Kern erinnerte mich mehr an eine Nuss als an Kakao. Herr Clausen erklärte den Anwesenden, wie aus diesem frischen Inhalt letztlich der uns bekannte Kakao entsteht.

Das weiße zuckerhaltige Fruchtfleisch, das optisch so an Styropor erinnert, beginnt recht schnell nach der Öffnung der Frucht an zu gären und entwickelt dabei Temperaturen von bis zu 50 °C. Eine Keimung der Samen wird durch den entstehenden Alkohol gestoppt und die Bohnen verlieren dabei einen Teil ihrer Bitterstoffe. Im Laufe der Fermentation, die etwa 10 Tage dauern kann, entwickeln die Bohnen ihre typischen Geschmacks- und Aromastoffe.

Aber so weit kam es bei den Bohnen in der Lindt Boutique nicht, sie wurden vorher verspeist und stellten damit für mich einen ganz besonderen Höhepunkt des Abends dar.

Aber ein Genussabend wäre kein Genussabend würde man nicht weitere Leckereien serviert bekommen und probieren dürfen. So bekam ich plötzlich von Herrn Clausen ein kleines Schieferplättchen in die Hand gedrückt, auf dem zwei Bohnen, sowie ein Schälchen mit einem Orangen-Senf-Gelee und einer dünnen Schokotafel ansprechend präsentiert wurden. Die Kombination aus Schokolade mit dem Gelee war ein wahrer Genuss, die Bohnen musste man wie Nüsse schälen und langsam kauen. Je länger man sie kaute, desto intensiver wurde der Kakaogeschmack.

Und da wir schon am Schlemmen waren, gab es auch wieder zwei der herrlichen Pralinen, die die Mitarbeiterin von Herrn Clausen schon im letzten Jahr zubereitet hat. Eine etwas härtere Hülle mit einem fast noch flüssigen Kern – herrlich!

Frisch gestärkt ging es dann in die zweite Runde. Petra Scheuermann las als ersten Kurzkrimi „Das Böse darf nicht siegen“. aus der Anthologie Erfurt – Mordsmäßig aufgetischt vor, indem ein Koch einen vermeintlichen Selbstmord gegangen hat – oder etwa nicht?

Zum Abschluss wurde nicht nur eine sehr große Tafel Schokolade mit ganzen Nüssen hervorgezogen, sondern auch die Anthologie Schreibaffären mit dem Kurzkrimi „Die heilende Kraft der Suggestion“.

Herr Clausen dankte den Anwesenden und auch Petra Scheuermann und machte noch darauf aufmerksam, dass die Filiale nun über eine weitere Attraktion verfügen würde. Eine, die wie ich finde, der interessant ist.

 

Die Filiale ist in der Lage, die Halsbänder der Schokohasen und -frösche individuell selbst zu bedrucken. Der kleine süße Frosch, der bei der Ankunft in der Filiale schon an meinem Platz auf mich gewartet hat, trug solch ein Band, auf dem passend zum Abend „Tödliche Leidenschaft“ gedruckt steht. Gerade als Geschenk, Mitbringsel oder Gastgebergimmick eine sehr interessante und vor allem originelle Idee!

Der Abend jedenfalls endete nicht nur mit einer Signierrunde und interessanten Gesprächen in kleiner Runde, sondern für mich auch mit dem Kauf einiger Kleinigkeiten, wollte ich den Genuss, trotz der beginnenden Fastenzeit doch noch ein wenig mit nach Hause nehmen.

 

Obwohl ich bereits im letzten Jahr auf einer Lesung mit Petra Scheuermann in der Lindt Boutique war, war es dieses Jahr keine Wiederholung, sondern etwas ganz Neues und Besonderes. Herr Clausen und sein Team haben sich ein tolles, informatives und genussvolles Rahmenprogramm einfallen lassen, bei dem natürlich Schokolade eindeutig im Vordergrund stand. Aber auch Petra Scheuermann hat mich mit ihren vier Kurzkrimis positiv überrascht und mir gleich vier neue Bücher auf meinem SUB beschert. Im Herbst soll der vierte Teil ihrer Genuss-Krimis mit Tanja Eppstein erscheinen und ich sehe mich schon im Februar wieder auf dem Weg zur Lindt Boutique, um an einem weiteren genussvollen, unterhaltsamen und informativen Abend teilhaben zu können. Bis dahin lese ich mich erst einmal durch die Anthologien und genieße dabei meine kleinen Errungenschaften aus der Lindt Boutique an der Heiliggeistkirche in Heidelberg.

 

 

 

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