[Blogtour Teufelsfarbe] Beruf des Blaufärbers

#werbung

 

Willkommen zum neunten Tag der Blogtour zu Teufelsfarbe von Ivonne Hübner. Teufelsfarbe ist nicht nur einfach der Titel des Buches, es geht dabei vor allem um die im 16. Jahrhundert aus der Waidpflanze gewonnene Farbe Blau.

 

 

Der Protagonist Christoph Rieger möchte diese Pflanze künftig anbauen.

Doch was ist das für eine Pflanze und wer brauchte sie?

Die Waidpflanze

Die Waidpflanze (Isatis tinctoria) ist eine 2jährige, etwa 1m hohe Pflanze, die zu den Kreuzblütlern zählt. Sie war danmals die einzige in Europa vorkommende Pflanze, mit der man den Farbton blau erzeugen konnte. Erst später wurde aus Indien über den Seeweg Indigo importiert.

Hauptanbaugebiet im 13. Jahrhundert war Thüringen. Die bekanntesten Waidstädte waren Erfurt, Gotha, Tennstedt, Arnstadt, Langensalza. Aber auch in Köln, Koblenz, Münster (Westfalen) und Nürnberg wurde Waid angebaut.

Waidpflanzen wachsen vor allem auf mineralienreichem, kalkhaltigen Boden. Die Ernte sollte vor der Blüte in den Monaten Mai bis Juli erfolgen. Dazu schneidet man die Pflanzen kurz über der Wurzel ab. Die Wuezel sollte dabei nicht beschädigt werden, da die Pflanze dann erneut austreiben kann.

 

Von der Pflanze zur Farbe

Von den Waidpflanzen wurden die Blätter in einen Bottich mit menschlichem Urin gegeben. Die Waidblätter mussten vollständig mit Urin bedeckt sein. Dann hieß es warten, mindestens zwei Wochen. In der warmen Sonne fing die Waid-Urin-Mischung mit der Zeit an zu gären. Der dabei enstehende Alkohol zog den Farbstoff aus den Blättern. Die zu färbenden Stoffe wurden direkt in den Bottich gegeben. Der blaue Farbton entsteht aber erst, wenn die Stoffe in der Sonne trockneten. Je stärker die Gärung, desto intensiver wurde das Blau.

 

Der Blaufärber

Der Blaufärber war eine Spezialisierung des Färberberufs. Grundsätzlich galt der Färbeberuf als schmutziges Geschäft und der Beruf somit als unrein. Immerhin hatte man mit übel riechenden Flüssigkeiten (z.B. Urin) zu tun.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Häuser von Färbern am Rande von Ortschaften angesiedelt waren, idealerweise an einem fließenden Gewässer.

 

„Blau machen“ oder „blauer Montag“

In Zusammenhang mit dem Blaufärber trifft man immer wieder auf die Redewendung „blau machen“, die auch heutzutage noch gängig ist. Doch was bedeutet sie?

Um die Farbe herstellen zu können, mit der dann später Tuche eingefärbt wurden, hatten die Färber den Montag vor allem zum Trinken genutzt. Viel trinken bedeutete viel Urin und diesen brauchten sie, um den Blättern den Farbstoffe entziehen zu können.

Der Ausdruck „blau machen“ bedeutet in unserer Zeit heute, dass man wenig tut und sich vor der Arbeit drückt. So sahen die Leute auch die Färber an. Die tranken montags praktisch nur, arbeiteten aber nicht. Dass der Urin für die Weiterverarbeitung jedoch wichtig war, wurde großzügig übersehen. Auch konnten die Färber wenig machen, wenn die Blätter einmal im Bottich waren. Hier hieß es eben warten. Bis das Gemisch gärt und so die Flüssigkeit für die Färbung bildet. Sieht man also von dem Geruch ab, war der Färberberuf bisweilen ein recht angenehmer.

 

Gewinnspielfrage:

Welches ist Eure Lieblingsfarbe?

 

Gewinnspiel:

Es gibt auch ein Gewinnspiel, das mit Tagesfragen von einem zum nächsten Blog führt. Kommentiert einfach auf dem entsprechenden Blog die Tagesfrage, um am Gewinnspiel teilnehmen zu können. Das Gewinnspiel läuft bis zum 30. April 2018 23.59 Uhr. Verlost werden 2 Exemplare von Teufelsfarbe. Die Auslosung findet am 02. Mai 2018 auf dem Bakerstreet-Bibliothek-Blog statt.

 

Teilnahmebedingungen

Für dieses Gewinnspiel gelten folgende Teilnahmebedingungen:

1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Eltern.
2. Es wird keine Haftung für den Postweg übernommen.
3. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
4. Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
5. Der Versand der Gewinne erfolgt nur nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.
6. Verwendet der Teilnehmer Bildmaterial, so bestätigt er mit der Teilnahme, dass er sämtlich Bildrechte innehat.
7. Der Gewinner ist im Falle eines Gewinns mit namentlicher Nennung auf dem Verlagsblog “Bakerstreet Bibliothek” und Facebookseite des Dryas Verlags einverstanden.
8. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen als im vollem Umfang akzeptiert.

 

Quellenangaben:

(1) Karin Zuleger, Das Blaufärberhandwerk, Dieburg, 4. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2012

(2) http://www.farbenundleben.de/kultur/blaumachen.htm

3 thoughts on “[Blogtour Teufelsfarbe] Beruf des Blaufärbers

  1. Liebe Carmen!

    Ein schöner und sehr interessanter Beitrag 🙂 Lustig fand ich die Sache mit dem Urin und die Herkunft der Redewendung des Blaumachens 😀

    Meine Lieblingsfarbe wechselt mit der Jahreszeit *lach*

    Herzliche Grüße!

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