Schiewe, Ulf: Der Bastard von Tolosa

Der Bastard von Tolosa
Ulf Schiewe
Historisch
Droemer Knaur
02. November 2009
Hardcover/Broschiert/Ebook
928

In seinem Erstlingswerk mit stolzen 928 Seiten beschreibt Ulf Schiewe die Lebensgeschichte des Edelmanns Jaufré Montalban. Trotz der Dicke es Buches, gelingt es dem Autor, die Geschichte so lebendig und spannend zu gestalten, dass der Leser die Anzahl der Seiten nicht wahrnimmt.

Jaufré erzählt in der ich-Erzählform seine Lebensgeschichte. Von dem Gedanken getrieben, alles für die Nachwelt und vor allem für seinen Sohn festhalten zu wollen, diktiert er die Geschichte seit seinem Weggang aus Outremer einem jungen Mönch.

Der Autor wechselt in dem Buch immer wieder zwischen den Erlebnissen des Jaufré Montalban und den Szenen, wo diese Geschichte dem Mönch diktiert wird. Diese Unterbrechnungen im fortlaufenden Text stellen für den Leser eine willkommene Ruhepause dar, in der sich vom Tempo der Erzählung etwas erholen und über das Gelesene nachdenken kann.

Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr bildhaft gestaltet und die Figuren wirken so lebendig, dass man als Leser nach Beendigung des Buches das Gefühl hat, Freunde verlassen zu müssen.

Nebst den historischen Details um die Krieger Christi, werden auch die Kampfszenen unverblümt beschrieben.

Die Sprache wurde zwar recht modern gehalten, doch durch das Einfließen von alt-provenzialischen Worten, wird das Lesen ein echter Genuss.

Das Buch ist ausgestattet mit Karten, Anmerkungen des Autors und Informationen zu den historischen Personen.

Als zusätzliches Highlight bekommt der Leser ein zum Buchcover passendes Lesezeichen. Das Lesezeichen beinhaltet ein Personenregister, was das Nachschlagen am Buchende überflüssig macht, sowie ein Kurzinterview mit dem Autor.

Fazit:

Der Leser sollte sich keinesfalls von der Dicke des Buches abschrecken lassen, denn hat er einmal angefangen zu lesen, wird er traurig sein, Outremer so schnell wieder verlassen zu müssen.

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