Die Glückskinder und die Möhlstraße – Gewinnspiel zum neuen Buch von Teresa Simon

Bereits am 08. Februar 2021 erschien das Buch Glückskinder von Teresa Simon im Heyne Verlag. Kurze Zeit später traf meine Bestellung vom freundlichen Buchhändler bei mir ein. Noch am gleichen Abend begann ich zu lesen, wobei ich eigentlich auf Grund der Uhrzeit lediglich das Nachwort und eventuell noch den Prolog lesen und dann ins Bett gehen wollte.

Ende des zweiten Kapitels schaffte ich es dann, das Buch – zumindest für diesen Abend – zur Seite zu legen und endlich ins Bett zu gehen. Allerdings geisterte mir das Buch tags drauf im Kopf herum und ich freute mich riesig auf den Feierabend, um endlich weiterlesen zu können.

Doch um was geht es in dem Buch, das mich so fesselt?

Die Geschichte beginnt Ende April / Mai 1945 im Raum München. Der 2. Weltkrieg geht zu Ende und als Leser durfte ich zum einem Antonia Brandl, eine junge Frau, die vor dem Krieg im Curt Heubner Verlag arbeitete, mit ihrer Familie und Griet van Mook, eine junge Holländerin, die im KZ-Außenlager Giesing untergebracht ist und bis Kriegsende im Kamerawerk Agfa arbeiten musste. Zu Beginn des Buches ist sie auf dem Marsch nach Wolfratshausen, wo sie mit ihren Mitgefangenen auf die Amerikaner trifft.

Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten, aber das Schicksal der beiden Frauen ist ebenso interessant wie erschreckend.

Was ist mit dem Hintergrund der Geschichte?

In diese Zeit, da von der historischen Altstadt Münchens 90 Prozent durch Sprengstoff- und Brandbomben zerstört wurde und die Einwohnerzahl sich nahezu halbiert hatte, versuchte man sich mit dem zu behelfen, was noch vorhanden war. Kleidung wurde aus Bettwäsche oder Militärdecken gefertigt.

Wie schon zu Kriegstagen werden Lebensmittel stark rationiert und sind nur über Lebensmittelmarken erhältlich. Dabei steht einer erwachsenen Person täglich folgende Mengen zu:

  • 300 gr. Brot
  • 30 gr. Nudeln oder Haferflocken
  • 20 gr. Fleisch
  • 15 gr. Zucker
  • 7 gr. Fett

(Quelle: Teresa Simon, Glückskinder, München, Wilhelm Heyne Verlag 2021, S. 483)

Dass die Lebensmittelkarten schnell den Ruf einer „Friedhofskarte“ bekamen, ist nachvollziehbar. Ebenso wie der sich kurz darauf entwickelnde Schwarzmarkt und Tauschhandel. Die Menschen versuchten zu überleben und gruben an Schätzen aus, was sie noch hatten, um diese gegen Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs einzutauschen. Nutzen Kontakte und alte Freundschaften.

Es etablierte sich ein Schwarzmarkt in München, der sich vor allem auf die Möhlstraße (benannt nach dem königlichen Hofgartendirektor Jakob Möhl) konzentrierte. In kleinen, kastenähnlichen Behelfsläden aus Holz, die in den Vorgärten der Nobelhäuser der Straße standen, fand ein reger Tauschhandel statt. Dabei wurde die Reichsmark immer weniger wert, denn gehandelt wurde vor allem mit amerikanischen Zigaretten.

Auf diesem Märkt, der vor allem von DPs (= Displaced Persons, also Menschen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit hatten, jedoch von der deutschen Besatzung nach Deutschland verschleppt wurden) meist mit jüdischem Hintergrund betrieben. Dort gab es u.a. Schokolade, Zigaretten, Seife, Kaffeebohnen und Nylonstrümpfe.

Gute Kost in magerer Zeit
Gute Kost in magerer Zeit – Grete Boruttau, 1946, Michael Beckstein Verlag, München (c) Brigitte Riebe, 2021

Grete Boruttau, Autorin von Kochbüchern jener Zeit, ging einen eher nüchternen Weg. Statt den Menschen zu zeigen, was sie alles kochen können und sie so auf den Schwarzmarkt zu bringen, in der Hoffnung, dort die benötigten Zutaten und Geräte zu finden, versucht sie den Hausfrauen zu zeigen, wie sie mit dem wenigen, das sie haben, ein schmackhaftes und nahrhaftes Essen zaubern können. Grete Boruttau unterstützt die Hausfrauen in ihrem Dilemma, sparen zu müssen, wenig zu haben und dabei dennoch gut und schmackhaft kochen zu können.

Einige dieser Rezepte findet man im Anhang des Buches wieder und ich konnte feststellen, das eine oder andere Gericht mag zwar einfach klingen, ist aber dennoch schmackhaft und heute noch sehr aktuell. Die Autorin Teresa Simon gewährt dem Leser einen Einblick in das Buch, das Geflügelgerichte, Fleischgerichte, Kartoffelgerichte, Suppen, Süßspeisen und selbstgemachtes Konfekt umfasst. Die Rezepte sind einfach verfasst, so dass auch eine weniger versierte Hausfrau damit zurechtgekommen sein müsste.

Die Menschen dieser Zeit hatten es wahrlich nicht einfach und doch haben sie weitergekämpft und versucht, das Beste aus ihrer Lage zu machen. Ich bin noch nicht am Ende der Geschichte und werde mich jetzt wieder mit dem Buch in meine Leseecke zurückziehen. Aber zuvor gibt es für Euch noch etwas zu tun.  Ihr könnt das Buch gewinnen. Verlost werden drei Exemplare dieses tollen Romans, damit auch ihr in die Geschichte von Toni und Griet eintauchen könnt.

 

Gewinnspiel:

Ich habe Euch heute das Buch und ein wenig den Hintergrund dazu vorgestellt. Morgen geht es dann weiter bei Mundo Libris.

Es gibt etwas zu gewinnen:

Drei Exemplare des Buches

Glückskind – Teresa Simon

 

Das Gewinnspiel ist leider vorbei.

Der/Die Gewinner/in wird nach Ablauf des Gewinnspiels benachrichtigt.

 

Teilnahmebedingungen:

Für die von mir organisierten und durchgeführten Gewinnspiele gelten folgende Teilnahmebedingungen:

  1. Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis der Eltern.
  2. Es wird keine Haftung für den Postweg übernommen.
  3. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  4. Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.
  5. Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschlands. Zu diesem Zweck werden die Daten zwecks Versands verwendet und im Anschluss gelöscht.
  6. Der Teilnehmer erklärt sich damit einverstanden, dass, im Falle des Gewinns, seine Daten zur Gewinnübermittlung verwendet werden dürfen.
  7. Nach Zusendung des Gewinns werden die für den Versand erhobenen Daten umgehend gelöscht. Die Daten werden weder weiterverwendet noch Dritten (Ausnahme: die Autorin, da sie den Versand übernimmt) zugänglich gemacht.
  8. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel gelten die Teilnahmebedingungen als in vollem Umfang akzeptiert.

Quellenangaben:

Teresa Simon, Glückskinder, München, Wilhelm Heyne Verlag 2021

Lothar Nickels, Stand: 26.08.2020, 14:37 Uhr, Wiederaufbau nach 1945, https://www.planet-wissen.de/kultur/metropolen/muenchen_zwischen_renaissance_und_wolkenkratzern/wiederaufbau-nach-1945-100.html, 17.02.2021, 10:14 Uhr

Karin Bernst, NordOstMagazin 2016, Die Möhlstraße in der Nachkriegeszeit – Shopping-Mall der Schwarzhändler, http://www.nordostkultur-muenchen.de/publikationen/Nordostmagazin/2016/Moehlstrasse_schwarzmarkt.htm, 17.02.2021, 10:15 Uhr

Ekaterina Kel, 2. September 2020, 18:45 Uhr, Wo das jüdische Herz schlug, https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-moehlstrasse-juedisches-leben-geschichte-1.5018490, 17.02.2021, 10:15 Uhr

 

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Gute Kost in magerer Zeit
Gute Kost in magerer Zeit (c) Brigitte Riebe, 2021
Gute Kost in magerer Zeit
Gute Kost in magerer Zeit (c) Brigitte Riebe, 2021

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