Regency Romance – Seicht oder etwa doch nicht? Im Gespräch mit Freda MacBride

Der Duke und die unbeugsame Witwe

Als ich kürzlich Freda MacBride kennenlernte, war ich noch kein sonderlich großer Fan von diesem Genre. Regency-Liebesromane, die zur Trivialliteratur zählen, galten bei mir immer als eine sehr leichte, flache und seichte Literatur, der ich nichts abgewinnen konnte.

Und doch machte mich die Autorin neugierig auf sich und auf ihre Romane, die zu einem Teil reine Kostümstücke, zu einem Teil Historiclas sind. Die Handlung wird in der Epoche des britischen Regency angesiedelt, woher das Genre auch seinen Namen hat.

Die Rezension zu dem ersten Band findet ihr hier: Der Duke und die unbeugsame Witwe

Mich hat jetzt allerdings noch einiges mehr interessiert, nachdem ich Gefallen an dem ersten Teil gefunden hatte und daher habe ich Freda einige Fragen gestellt:

  • Wie ist die Idee zu dem Buch bzw. der Reihe entstanden?

Freda MacBride:

Eigentlich begann alles als eine Art Corona-Spaß-Projekt im Herbst 2020. Ich hatte gerade zur Entspannung ein paar Regency-Romanzen gelesen, und plötzlich war da eine Idee in meinem Kopf. Also habe ich angefangen, sie aufzuschreiben, zunächst ohne besondere Absichten. Dann aber kamen mir immer mehr Ideen – auch angeregt durch das Interesse eines Verlags, bei dem meine Agentin angefragt hat. Und schwupps, hatte ich eine kleine Reihe mit drei Büchern konzipiert.

  • Musstest Du recherchieren? Wie sah die Recherchearbeit aus?

Freda MacBride:

Recherchieren muss man immer, wenn man nicht gerade Fantasy schreibt. Dann muss man eine Welt bauen.

Ich kenne mich in der Geschichte des 19. Jahrhunderts grundsätzlich gut aus, aber ich muss doch immer wieder einiges nachschauen. Zum Glück gibt es, besonders im Englischen, eine ganze Menge hilfreicher Bücher über Jane Austen und ihre Zeit, die allerlei Kleinkram über das Leben während der Regentschaft von Prince George verraten. Auch im Internet lassen sich entsprechende Seiten mit guten Informationen finden.

Dazu habe ich weitere historische Fakten nachgelesen: was Napoleon gerade in Europa trieb, wie Kleidung und Unterwäsche beschaffen waren und wie London um 1810 aussah.

Ich habe inzwischen ein ganzes Billy-Regalbrett voller Bücher zum 19. Jahrhundert in Großbritannien. Übrigens auch eines zu dieser Zeit in den deutschen Ländern.

Ich liebe Vor-Ort-Recherchen und hatte eigentlich geplant, 2021 nach London zu reisen, dort Museen zu besuchen und ein bisschen in Mayfair spazieren zu gehen. Leider war das durch die Pandemie nicht möglich, und ich bin sehr froh, dass ich schon oft in London war und die Stadt recht gut kenne.

  • Was fasziniert Dich an Regency-Romanen?

Freda MacBride:

Ich mag die Leichtigkeit – die übrigens nicht leicht zu schreiben ist. Ein guter Regency-Roman ist amüsant und auf eigene Art spannend. Natürlich ist von Anfang an klar, dass Heldin und Held auf ein Happy End zusteuern, aber der Weg dorthin ist kein leichter. Diese Verwicklungen und spritzige Dialoge machen eine solche Romanze zur idealen Entspannungsliteratur.

  • Ist es schwer einen Regency-Roman zu schreiben, ohne gleich kitschig oder schnulzig zu werden?

Freda MacBride:

Wahrscheinlich ja, denn es gibt eine Menge Gegenbeispiele. 😉

Ich denke, es ist wichtig, das was man schreibt, ernst zu nehmen. Egal, welches Genre das ist. Liebesromane werden oft als billig abgetan, dabei sind viele Klassiker nichts anderes als Geschichten über die Liebe in all ihrer Vielfalt. Und so ist es auch für einen Regency-Roman wichtig, lebendige Figuren zu entwickeln und sie ernst zu nehmen, den historischen Hintergrund zu recherchieren und vor allem sprachlich nicht in blumige Klischees oder leere Phrasen abzudriften. Ganz besonders gilt das für die Liebesszenen.

  • Wie viel von Dir steckt in der schönen Helena?

Freda MacBride:

Das habe ich mich bisher nie gefragt, obwohl die Autorin ja immer in all ihren Figuren steckt. Was Helena auf jeden Fall mit mir gemeinsam hat, ist die Liebe zu ihrem Sohn. Auch ich würde wohl alles tun, um meine Kinder nicht zu verlieren.

  • Was erwartet die Leser:innen in den kommenden Büchern? Bauen diese aufeinander auf?

Freda MacBride:

Jedes Buch ist unabhängig voneinander lesbar, jedoch kommen jeweils auch Figuren der vorherigen Bände wieder vor.

Im zweiten Buch „Der Earl und die tollkühne Lady‟, das im September erscheint, geht es mit der Geschichte um Helenas Bruder Frederick weiter, und in „Der Marquess und die Braut wider Willen‟ spielt Charles’ Freund John die Hauptrolle.

  • Was ist das Besondere an Deiner Reihe, außer die traumhaften Cover?

Freda MacBride:

Zunächst einmal freue ich mich, dass der Verlag sich entschieden hat, die Reihe als E-Books, Hörbücher und Printbücher herauszugeben. So gibt’s für alle ihr Lieblingsformat.

Von der Handlung her dürfte besonders sein, dass ein Hauch von Krimi den Weg in die Handlung gefunden hat, und dass meine Figuren nicht ganz dem üblichen Muster entsprechen. Helena ist keine Debütantin, sondern eine Witwe und Mutter, Charles ist nicht nur ein Adliger, der die Zeit totschlägt, und die Dienstboten bleiben nicht anonym.

Und wer am Ende des ersten Buchs die Figuren liebgewonnen hat, erfährt im zweiten ein wenig mehr davon, wie es mit ihnen weitergegangen ist.

Vielen Dank, Freda, für den spannenden Einblick. Die Reihe erscheint nach und nach im beHEARTBEAT Verlag:

Der Duke und die unbeugsame WitweKurzbeschreibung:

“Du solltest endlich heiraten, Elmsley!” Der Duke of Elmsley braucht dringend eine Gemahlin, um sein Erbe zu sichern. Aber als überzeugter Junggeselle möchte Charles auf keinen Fall seine Freiheit aufgeben! Da trifft er auf Helena, Viscountess Daventry. Die junge Witwe wird von ihrer Familie zu einer erneuten Heirat gedrängt. Der Duke und die Viscountess beschließen, eine Vernunftehe einzugehen. Während Helena so das Sorgerecht für ihren Sohn behalten kann, hofft Charles, die junge Witwe möge keine übertriebenen Erwartungen an ihn stellen. Doch vollkommen überraschend fühlt Charles sich immer mehr von der schönen Helena angezogen – und tut alles, um nach ihrer Hand nun auch ihr Herz zu gewinnen …

Der Earl und die tollkühne LadyKurzbeschreibung:

Mathilda lebt glücklich auf dem abgeschiedenen Anwesen ihrer Großmutter in Schottland. Aber ihr Vater hat andere Pläne mit ihr und beordert sie zur Saison nach London. Dort soll die junge Frau sich schnellstmöglich mit Frederick, dem Earl of Kendal, vermählen. Mathilda ist empört! Sie will sich auf keinen Fall mit einem Fremden verloben und hat eine Idee: Da Dienstboten ihre Herrschaft meist besser einschätzen können, als das einer Dame bei gesellschaftlichen Anlässen gelingen kann, schlüpft sie in die Rolle des schottischen Mädchens Mairi, um das Personal des Lords auszuhorchen. Und erlebt dabei eine erstaunliche Überraschung …

Der Marques und die Braut wider WillenKurzbeschreibung:

John Broughton, der Marquess of Bayne, führt ein fröhliches Junggesellenleben und das soll auch so bleiben. Doch dann begegnet er Ada, einer intelligenten jungen Frau, die sich der Wissenschaft verschrieben hat und sich ein Leben als Ehefrau nicht vorstellen kann. Die beiden sind voneinander fasziniert und beginnen eine heimliche Romanze. Bis sie in flagranti ertappt – und zur Heirat genötigt werden! Aber vielleicht ist diese Ehe ja gar nicht so schlimm …

Eine prickelnde Liebesgeschichte, überraschende Wendungen und die bezaubernde Atmosphäre des Regency – für alle Fans von Georgette Heyer und der Bridgerton-Reihe.

Zur Autorin:

Freda MacBride zog nach der Geburt ihrer zweiten Tochter aus Edinburgh nach Deutschland und lebt seitdem im Rheinland. Schon als Teenager war sie fasziniert von Lords und Ladys und den feinen Sitten der Londoner Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ihr das Lesen romantischer Geschichten, die in dieser Zeit spielen, irgendwann nicht mehr reichte. So begann sie, selbst Regency-Romane zu schreiben, in denen vor prickelnden Szenen nicht unbedingt … (Quelle: Verlag)

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