Freizeit-Land Geiselwind

Östlich von Würzburg, im unterfränkischen Landkreis Kitzingen liegt der Erlebnispark Freizeit-Land Geiselwind. Ein Freizeitpark mit rund 100 Attraktionen, sieben Achterbahnen, Shows und einigen Tier-Freigehegen.

Wir haben diesen Park auf der Rückreise eines Wochenendausflugs besucht gehabt, da er auf dem Weg lag und wir ihn noch nicht kannten. Die Anreise erfolgte mit dem eigenen Auto. Was uns gleich sehr positiv auffiel, waren nicht nur viele Parkplätze, sondern auch, dass viele Parkplätze im Schatten vorhanden sind. Der Parkplatzbereich ist mit vielen Bäumen bestückt, die Schatten spenden und das den ganzen Tag über – auch bei drehender Sonne.

Der Eingangsbereich überzeugt. Das Willkommen, der erste Eindruck des Parks ist ansprechend, auch wenn man gleich einen gewissen Kirmesflair wahrnimmt, was aber nicht wirklich schlimm ist. Immerhin stammen viele der dort angesiedelten Fahrgeschäfte und Attraktionen aus mobilen Einsätzen. In diesem Park finden sie ein neues Zuhause und ein zweites Leben.

Der Eintritt hat es allerdings in sich. Aktuell kostet die Tageskarte für Besucher

ab 1,40 m: 42,50 EUR

zwischen 1,00 m und 1,40 m: 32,50 EUR

Parken: 5 EUR

(Stand: 09.08.2022)

Die Parkplatzgebühren fand ich noch angemessen, bei den Eintrittspreisen habe ich dagegen so meine Zweifel, was ich später noch etwas näher ausführe.

Vorweg: Wir sind nicht alle Attraktionen gefahren. Die Piraten Schleuder (ein BreakeDancer) und der Aussichtsturm hatten ohnehin geschlossen, für einige waren meine beiden Kinder zu groß bzw. zu alt (7 und 11 Jahre), andere interessierten uns nicht.

Gestartet haben wir den Tag mit einem Besuch im Elfenschloss, welches zwar recht schön gemacht ist als Laufgeschäft, mich jedoch mit seinem Geruch in die Flucht trieb.

Am sprechenden Baum vorbei ging es dann zu einer Runde auf Doggy Dog. Ein netter kleiner Family Coaster, der sanft seine Runden dreht und für erfahrene Achterbahnfahrer jedoch wenig Spannung bietet.

Danach ging es zum Tierischen Scooter, ein Autoscooter, wie man ihn auf jeder Kirmes findet.

Der Weg führte uns danach weiter zum Quadroscope 4D, in dem ein Film von Happy Family von MackMedia lief. Das Kino machte einen sehr interessanten Eindruck, da die Platte mit den Sitzen voll beweglich war und man so den 4D Effekt gut realisieren konnte. Mit Brillen ausgerüstet, nahmen wir Platz und schnallten uns an. Es war eine sehr ruckelige Fahrt mit vielen Schlägen und leider konnte keiner von uns dem virtuellen Streckenverlauf so richtig folgen. Es machte mehr den Eindruck eines willkürlich Zusammengewürfelten, als wären Szenen wahllos zusammengeschnitten worden.

Gegenüber vom Kino fand sich das neu thematisierte Fahrgeschäft Uhrwerk. Mich schüttelte es bei dem Anblick. Natürlich muss ich zugeben, dass die Bemalung gut gelungen ist, jedoch hatte man die alten Sitzgelegenheiten und auch die Mitte, sowie Umgebung belassen. Daher fahren jetzt an dieser Stelle Weingläser mit passender Flasche als Kaffeetassenfahrt und sind steampunkmäßig bemalt. Auch die Umgebung mit Weinfässern und Weinpresse mag nicht so recht zur neuen Thematisierung passen. Wieso man sich zu diesem Schritt entschlossen hat, mag ich nicht nachvollziehen. Der Park hat viele andere Flecken und Orte, an denen man die Thematisierung Steampunk hätte realisieren können. An dieser Stelle passte sie meines Erachtens nicht.

Grundsätzlich waren viele der im Parkplan ausgewiesenen Neuheiten einfach nur umthematisierte Altbestände.

Unser nächster Stopp war das Laufgeschäft Flub Street. Ein nettes Spaßhaus, nicht wirklich aufregend, aber dennoch ganz ordentlich gemacht. Der gegenüberliegende Blaue Enzian konnte uns dann wieder begeistern. Ein Powered Coaster aus dem Hause Mack Rides, der bei uns gleich 4 Runden fuhr und viel Spaß machte.

Meinen Mann zog es danach zur Loopingachterbahn Cobra. Ich hatte so meine Zweifel, vor allem, was die Bremsen und das Bügelsystem anging. Da ich an dem Tag ohnehin mit Kopfschmerzen unterwegs war, ignorierte ich diese Bahn.

Die Meinung von meinem Mann dazu: Es schmerzt ein wenig, mit dem Bügelsystem werde ich nicht warm, es ruckelt ziemlich, aber hat auch einen gewissen Spaßfaktor. Mit etwas mehr Laufruhe könne der Coaster wirklich gut sein.

Da unsere Kinder in der Zeit, die mein Mann anstand, ich auf ihn wartete und Bilder machte, die Umgebung erkundeten, gingen wir danach zu dem im Wald gelegenen künstlichen See. Leider war dieser schon recht ausgetrocknet, doch die Wasservögel machten einen schönen und gesunden Eindruck. Die beiden schwarzen Schwäne waren sofort die Lieblinge meiner Kids.

Ramses

Weiter ging es zu Ramses. Ein Laufgeschäft, das von außen sehr schön gestaltet und thematisiert ist. Auch die landschaftliche Einbettung hat uns sehr gut gefallen, so dass wir auf das Innere gespannt waren. Leider wurden wir hier allerdings enttäuscht. Es ist etwas gruselig, aber in Summe eher langweilig.

Nach Ramses wollten wir etwas essen und suchten uns dazu Jack´s Wurstbraterei aus. Hier gab es neben der üblichen Bratwurst, Currywurst und Feuerwurst auch noch Drehspieß. Zudem hatte man die Wahl zwischen Bratkartoffeln und Pommes. Leider wurde beides in der Fritteuse gemacht, so dass die Bratkartoffeln eher an Chips erinnerten. Der Drehspieß war einigermaßen in Ordnung, jedoch der Fleischanteil sehr überschaubar und gefühlt weniger als bei einem kleinen Drehspieß von unserem Heimatdrehspießdealer.

Wie in anderen Parks auch, waren auch hier Wespen ein leidiges Thema. Jedoch sind wir alle der Meinung, dass es sich noch in Grenzen hielt und wir diese Problematik schon schlimmer erlebt haben. Ein Kind wurde in unserer Gegenwart von einer Wespe im Gesicht gestochen. Der Park verfügt über eine Erste Hilfe Station mitten im Park, die dem Kind schnell mit einer Erstversorgung und einem Kühlpack geholfen hat. Top!

Wir machten uns weiter auf den Weg und kamen zur T-Rex World. Hier zeigte sich, dass der Park bemüht ist, einen schöneren Eindruck zu hinterlassen, jedoch dann an der Nachhaltung scheitert. Es wurden an der T-Rex Halle viele schöne Pflanzen neu gepflanzt, die gewiss den optischen Eindruck erfrischt hätten, wären sie denn gegossen worden. So standen entlang der Halle traurige, vertrocknete Pflänzchen. Der Weinrebengang neben der Halle kämpfte noch um sein Überleben, die Weintrauben hingen traurig herunter und hofften auf etwas Flüssigkeit.

Die T-Rex Halle ist per se nichts Besonderes. Es handelt sich um ein Laufgeschäft, in dem sich eine Handvoll gängiger Dinosaurierfiguren in Pose befinden, sie sich teilweise bewegen. Nicht alle Figuren bewegten sich und ich kann nicht sagen, ob diese einfach nur streikten oder sich grundsätzlich nicht bewegen können. An sich eine schöne Halle mit einer netten kleinen Attraktion.

Meine kleine Tochter hat sich danach die Riesenrutschen angeschaut und fand sie sehr spannend.

Unser nächster Stopp war in Jack´s Versteck. Wieder ein Laufgeschäft und dieses Mal sehr interessant und für mich das Beste von allen vorhandenen. Bei diesem Laufgeschäft wurde nicht nur mit verschiedenen Wegearten gearbeitet, auch Wasser und Nebel kamen zum Einsatz und man folgte einer Geschichte.

Nach dem Laufgeschäft ging es zu Taka Waka, ein Stahl-Coaster, der in diesem Jahr umthematisiert wurde. Bis auf die beiden Schlussbremsen fährt er recht gut und konnte mich auch begeistern. Allerdings hat man es nicht rechtzeitig geschafft beim Fotoautomat dem gedruckten Bild einen neuen Rahmen zu spendieren. So sind hier noch der alte Name und ein nicht mehr passender Rahmen drauf.

Unser nächstes Ziel war der Piraten-Spinner, ein Spinning-Coaster mit einer Höhle. An sich eine tolle Idee, jedoch schlägt die Bahn in der Höhle an zwei Stellen sehr stark, was bei uns allen zu blauen Flecken führte. Auch diese Bahn fuhr zwei Runden und verstärkte die Flecken noch ein wenig.

Die danach gefahrene Drachenhöhle, eine Teil-Indoor-Achterbahn, konnte uns dagegen für sich gewinnen. Ein Tipp an alle, die diese Bahn fahren möchten. An warmen oder heißen Tagen bitte morgens in der Früh fahren. Die Höhle ist schlecht belüftet und an einem warmen Tag heizt diese sich kräftig auf. Uns hat es regelrecht die Luft verschlagen, als wir in die Höhle gefahren sind. Der Streckenverlauf dagegen ist super und die Bahn fährt auch einigermaßen weich.

Mit den Kindern bin ich im Anschluss durch Meister Ling´s magischen Garten gelaufen. Ein Irrgarten mit Drachenthematisierung. Sehr schön gemacht, von der Anlage, aber auch der Thematisierung. Die verschiedenen Figuren im Labyrinth erwachen mit Hilfe von Bewegungsmeldern zum Leben. Auch sehr schön fand ich die kunstvollen Glaselemente, die überall verteilt waren und so den Weg auflockerten oder eine Szene optisch wunderbar ergänzten. Leider waren viele davon schon kaputt und man sah die Scherben am Boden liegen.

Für uns neigte sich der Tag langsam dem Ende zu. Mein Mann konnte endlich den Fluch des Kraken fahren. Eine Boomerang-Bahn von Vekoma, die an diesem Tag so ihre Probleme hatte und immer wieder mal ausstieg. Seine Meinung dazu: Die Fahrt macht schon recht viel Spaß und ist das Highlight für Coaster-Fans. Allerdings wurde bei der Abfertigung sehr lange auf weitere Mitfahrer gewartet. Es schlug weniger, als vorher durch die Erfahrung mit den anderen Bahnen, erwartet.

Ich habe mich dagegen mit der Flugmaschine vergnügt, ein Condor – Fahrgeschäft, das ich bislang noch nie gefahren bin. Die erste Fahrt war etwas grenzwertig, da ich mit den unterschiedlichen Bewegungen zurechtkommen musste. Bei der zweiten Fahrt hingegen konnte ich diese und den Blick über den Park genießen.

Die Kinder nahmen noch ein wenig die Kinderdisko mit und dann war es auch schon Zeit (Parkschluss 18 Uhr) zu gehen.

Grundsätzlich kann ich sagen, der Park hat viel Potenzial, das er leider nur wenig bis gar nicht ausschöpft. Die Toilettenanlagen sind reichlich, auch wenn sie manchmal an Containertoiletten erinnern. Die Sauberkeit ist durchschnittlich. Gerade bei den festen Toiletten sind die Waschbecken nicht optimal gewählt. Das Wasser läuft über oder spritzt heraus, so dass der Boden regelrecht schwimmt. Durch den Dreck oder Staub an den Schuhen wirkt die Toilettenanlage dann schnell schmuddelig.

Essen und Trinken gab es an vielen Stellen und man musste hier nicht lange suchen. Das Angebot ist abwechslungsreich und die Preise sind, für Freizeitparks soweit wir es gesehen haben, üblich.

Positiv ist weiterhin, dass man nach einem Fahrgeschäft nicht durch eine Quängelzone, sprich einen Souvenirshop, geleitet wurde. Allerdings gab es auch nur recht wenige Shops und das dortige Angebot übersichtlich und wenig passend zum Park.

Die Mitarbeiter waren durchweg nett und freundlich, Sprachbarrieren wurden problemlos überwunden. Leider konnten wir die Mitarbeiter nicht immer eindeutig erkennen. Wir sind es von anderen Parks her gewohnt, dass die Mitarbeiter durch einheitliche Outfits erkennbar sind. Im Freizeit-Land Geiselwind trug jeder seine eigene private Kleidung und hob sich daher von den Besuchern nicht ab.

Es gibt viele Spielplätze und Spielmöglichkeiten (Gaminghäuser) im Park. Was für uns etwas irritierend war, waren die Showzeiten. Auf dem Parkplan stand hierzu nichts. Eine App vom Park gibt es nicht, in der man das hätte nachsehen können. Stattdessen hieß es auf dem Parkplan, dass man auf der Internetseite nachsehen soll, was leider auch eine Sackgasse war. Letztlich fand ich die Showzeiten direkt an den Zelten angebracht und es wirkte, als würde jede Show nur einmal am Tag gezeigt werden. Von daher mein Tipp, gleich morgens zu den Zelten gehen und die Showzeiten checken, sollte man diese besuchen wollen. Wir hatten die Shows an dem Tag leider verpasst.

Insgesamt ist es ein kleiner Park, den man gut an einem Tag schafft. Leider wurde viel Potenzial verschenkt und man trifft auf viele Plagiate, wo man meint, dass die Marktingabteilung versucht, große Parks nachzuahmen. Die Themenbereiche waren mir zu unübersichtlich. Gerade die Piratenthematisierung schien im ganzen Park verteilt zu sein. Eine eindeutige Abgrenzung war für mich nicht fühlbar.

Fazit:

Man könnte mehr aus dem Park machen. Selbst mit Kirmesfahrgeschäften, wäre dies mit ein wenig Struktur und einer kreativeren Marketingabteilung möglich. Für uns war wird es ein einmaliger Besuch bleiben, da man beim Eintrittspreis wohl auch eher in der oberen Liga mitspielen möchte und da bevorzugen wir dann doch etwas mehr Qualität.

Werbung, wegen Namennennung
Der Beitrag spiegelt unsere Meinung und Erfahrung vom 09.08.2022 wieder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.