Protagonisteninterview zu Der Blutmensch zu Köln – Eva-Maria Silber & Kirsten Wilczek

 

Carmen Buchbloggerin bei Carmens Bücherkabinett

 

Wie ist es für Euch, nach rund 150 Jahren noch einmal mit der Geschichte von damals konfrontiert zu werden?

 

Mathilde von Tabouillet<br /> Redakteurin

 

Mir läuft es noch heute eisig kalt den Rücken hinunter, wenn ich daran denke.

Bas Sello<br /> Referendar

 

Ich werde nie meine Angst um Sie, verehrte Mathilde, vergessen, als Sie plötzlich verschwunden waren…

Hans Baudewin<br /> Polizist

 

Ich han jetz noch d’r Aasch op Grundies, wann ich dodraan denke. Wor dat spack!

Dr. Cornelius Venedy Anwalt

 

Baudewin bringt es auf den Punkt!

 

 

In wie weit haben die beiden Autorinnen Eure Erlebnisse korrekt wiedergegeben?

 

Mathilde von Tabouillet Redakteurin

Leider zu gut. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten mich in der kritischen Situation, in die ich mich selbst hineinmanövriert hatte, etwas weniger dumm aussehen lassen.

 

Bas Sello Referendar Aber das war doch sehr mutig von Ihnen! Ich wünschte, ich hätte so viel Mut und Draufgängertum wie Sie.

 

Mathilde von Tabouillet RedakteurinUnsinn, Sie sind über sich selbst hinausgewachsen bei meiner Rettung, aber auch für unsere Magd Ida, der man den Neunfachmord anlasten wollte. Wenn ich nur daran denke, wie Sie ihre Enthauptung im allerletzten Moment verzögert haben…

 

Hans Baudewin Polizist Ich wollt dat emmer ens jelese han. Ben ich noch nit zo jekumme.

 

Dr. Cornelius Venedy Anwalt

schüttelt den Kopf, schweigt

 

 

 

Wie habt Ihr die Autorinnen kennengelernt?

 

Mathilde von Tabouillet Redakteurin Eva-Maria Silber hatte von mir gelesen und sprach mich an, ob ich sie in dem geplanten Buch mit Zeitungsberichten zu den Morden unterstützen würde. Ich fühlte mich sehr geehrt und sagte natürlich sofort zu.

Bas Sello ReferendarIch wurde aufgrund meines Buches „Die Irrtümer der Strafjustiz und ihre Ursachen“ von der werten Autorin Frau Silber angesprochen, ob ich ihr dabei helfen würde, ein drohendes Fehlurteil zu verhindern. Als ich erfuhr, dass eine einfache junge Magd neun Menschen erschlagen und verbrannt haben sollte, konnte ich mich nicht verweigern.

 

Hans Baudewin Polizist (bemüht sich Hochdeutsch zu sprechen): Diese Rechtsanwältin Wilczek stand plötzlich vor meiner Tür. In einem Köln-Krimi müsse auch ein echter Kölner mitspielen, meinte sie. Obwohl die nur halb so groß ist wie ich, traute die sich was. Die sagte: „Keine Widerrede. Für die Ehre und für Köln. Mitkommen!“ Da war ich ausgesprochen.

 

Dr. Cornelius Venedy Anwalt Tja, diese Kollegin stand auch vor meiner Tür. Die erlesene Flasche Cognac und die Bonboniere von Manhardt überzeugten mich vollends von der Treffsicherheit ihrer Wahl.

 

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Interview mit Eva-Maria Silber

 

 

Eva-Maria Silber
Foto: Eva-Maria Silber

Liebe Eva-Maria,

zunächst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst und mir zu einem Interview bereitstehst. Dein aktueller Krimi spielt auf Föhr, was man schon anhand des Titels erkennen kann: „Föhr in Flammen“.  Magst Du kurz erzählen, um was es in dem Krimi geht?

Zunächst auch von mir ein ganz herzliches Dankeschön für die Möglichkeit, mich und mein Buch hier vorzustellen!

In meinem Krimi geht es um fünf Ermordete, die in einer zusammengezimmerten Holzhütte auf Föhr gefunden werden. Alle gehörten derselben Familie an. Doch wer von ihnen war das eigentliche Ziel des Anschlags? Kommissar Andretta und Polizeianwärterin Maja Storm im Bäderdienst kommen der Lösung erst näher, als ein sechster Toter gefunden wird, der kein Familienmitglied war. Oder doch?

Wie immer liegt meinem Kriminalroman ein echtes Verbrechen zugrunde. In „Föhr in Flammen“ ist das der Mordfall „Seewen“, ein Fünffachmord, der sich 1976 in der Schweiz ereignete. Er gilt als größtes ungeklärtes Verbrechen in der neueren Schweizer Kriminalgeschichte.

Du lebst in Ostfriesland, dennoch spielt Dein Krimi auf der schönen Nordseeinsel Föhr in Nordfriesland. Wie kam es zu der Auswahl des Ortes? Verbindet Dich etwas damit?

Mein Mann und ich haben sämtliche Nordseeinseln abgeklappert, eine ist schöner als die andere. In diesem Buch ist Föhr der Schauplatz, weil die Insel alle erforderlichen Örtlichkeiten für diesen Kriminalfall bietet: einen Wald, Kraftfahrzeuge sind erlaubt, es gibt eine größere Polizeidienstelle… Das ist nicht auf allen Inseln der Fall.

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