Sahler, Martina: Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht

Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht
Wolga-Saga 2
Martina Sahler
Historisch
Weltbild
2014
Hardcover
318

Vor 14 Jahren sind die drei Weber-Schwestern Christina, Eleonore und Klara dem Ruf von Katharina der Großen gefolgt und haben ihr Heimatdorf in Deutschland verlassen. In der Fremde hofften sie, ein neues Leben beginnen zu können.

Zusammen mit anderen Aussiedlern haben sie im fernen Russland das Dorf Waidbach gegründet, doch nur Klara und ihr Mann Sebastian sind in dem Dorf geblieben. Eleonore zog es in die nächst größere Stadt Saratow und Christina ist sogar bis St. Petersburg gegangen, wo sie mittlerweile ein erfolgreiches Modehaus führt.
Alle Schwestern scheinen mit ihrem neuen Leben zufrieden zu sein, doch beim näheren Hinsehen, erkennt man, dass das Glück schon bald bedroht wird.

Erneut entführt die Autorin den Leser in die Steppe Russlands. Zwar sind die Personen größtenteils frei erfunden, jedoch gab es Auswanderungen nach Russland als Folge des siebenjährigen Krieges in Deutschland.

Die Autorin hat sehr gut und intensiv recherchiert, was man dem Buch anmerkt. Ein Blick auf ihre Website bestätigt dieses Gefühl. Die Schauplätze, die Umgebung, das Leben der Siedler – alles wurde sehr detailliert und farbig beschrieben. Man sah die trostlose Steppe Russlands direkt vor sich und konnte problemlos eintauchen in eine fremde, harte Welt. Aber auch das Leben der dortigen Einheimischen, wird am Rande angerissen und man bekommt einen kleinen feinen Einblick.

Die Figuren sind so unterschiedlich, wie aus dem Leben gegriffen. Die Autorin schafft es, jeder Figur einen eigenen Charakter zu geben und diesen dem Leser plastisch zu vermitteln. Sei es die von Narben im Gesicht entstellte Anja, die enttäuschte und vn der Mutter zurückgestoßene Alexandra oder die um Hilfe bettelnde Mathilda. Ihnen allen haucht Martina Sahler Leben ein und lässt den Leser im Laufe des Buches Teil der Dorfgemeinschaft werden.

Die Geschichte ist in drei Bücher unterteilt:
Buch 1: Wandel (1780-1781)
Buch 2: Widerstand (1784-1785)
Buch 3: Erwachen (1785-1786)

Der Spannungsbogen ist von Anfang an da und zieht sich bis weit über das Ende hinaus, denn das Ende ist offen. Zwar sind alle Fragen geklärt, jedoch möchte man als Leser wissen, wie es mit den einzelnen Protagonisten weitergeht. Hier kann man nur auf eine baldige Fortsetzung hoffen.
Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, so kann man das Buch problemlos lesen.

Die Geschichte bietet viele Überraschungen und Wendungen und ist in den Handlungen stimmig und nachvollziehbar. Auch die Probleme, mit denen die Protagonisten zu kämpfen und Hindernisse die sie meistern mussten, wurden glaubhaft, detailliert und überzeugend geschildert. Die Angst, die Entbehrungen, jede Emotion kann der Leser direkt nachempfinden und wird quasi Teil der Geschichte. Begibt man sich auf die Reise mit Martina Sahler, so gerät man unmerklich in einen Lesesog, der den Leser erst am Ende des Buches wieder freigibt. Aber auch Tage nach Beenden des Buches dachte ich immer mal an die verschiedenen Protagonisten und wie ihre Geschichte wohl weiter gegangen ist.

Gleich zu Beginn des Buches findet man eine Landkarte mit den wichtigsten Stationen. Danach folgt eine Auflistung aller wichtigen Figuren inkl. ihrer Zugehörigkeit, Alter und eine kurze Beschreibung. Dies hilft dem Leser gleich zu Anfang, die einzelnen Figuren zu unterscheiden und zu sortieren zu können. Im Laufe des Buches jedoch, benötigt man die Liste nicht mehr. Mit einem Nachwort der Autorin endet das Buch und die Reise nach Russland.

Fazit:

Martina Sahler beschreibt lebendig, einfühlsam und mitreißend ein wichtiges Kapitel der deutsch-russischen Geschichte. Über die Fortsetzung habe ich mich sehr gefreut und hoffe nun, dass mein Ausflug nach Russland mit Martina Sahler noch lange nicht zu ende ist.

Reihe:
1. Weiße Nächte, weites Land
2. Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht
3. Weiter Himmel, wilder Fluss

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