Hannah, Kristin: Die Nachtigall

Die Nachtigall
Kristin Hannah
Belletristik
Aufbau Verlag / Rütten & Loening
19. September 2016
Hardcover
608

 

Julien Mauriac ist überfordert. Seine Frau starb und lies ihn mit den beiden Mädchen Vianne und Isabelle alleine. In Seiner Not gibt der Vater die beiden Mädchen an eine Fremde, wo die Mädchen aufwachsen sollen.

Doch während Vianne früh dem Leben dort entflieht, indem sie heiratet und eine Familie gründet, dümpelt Isabelle von einem Internat zur nächsten Klosterschule, nur, um auch dort wieder hinausgeworfen zu werden.

Ginge es nach ihrem Vater, würde Isabelle gleich die nächste Schule dieser Art besuchen. Doch dann kommt der Krieg in Paris an und ihr Vater schickt Isabelle stattdessen zu ihrer Schwester Vianne. Beide Schwestern versuchen etwas was in diesen Zeiten nahezu unmöglich erscheint – den Krieg zu überleben und dabei nicht die Hoffnung zu verlieren. Jede aber auf ihre eigene, ganz persönliche Art.

Ich kannte die Autorin bisher noch nicht, aber die Thematik des Buches interessierte mich. Daher war ich gespannt, was mich bei diesem Buch erwartete. In der Tat war ich angenehm überrascht. Bereits nach wenigen Seiten bemerkte ich, dass ich ein ganz besonderes Buch vor mir hatte. Die Schreibweise ist eingängig, ruhig, aber dennoch spannend und fesselnd. Nicht schnell oder actionreich, obwohl es doch das eine oder andere Mal hoch her geht, so dass man als Leser unwillkürlich die Luft anhält. Die Autorin behält das Tempo jedoch bei.

Und so begleitet der Leser die beiden Schwestern auf ihrem Weg, bei ihrem Kampf ums Überleben und für die Freiheit. Man spürt regelrecht die Verzweiflung, das Leid, den nagenden Hunger und möchte ihnen gerne sagen, dass irgendwann alles enden wird und sie trösten, dass sie durchhalten. Vianne und Isabelle wirken sehr plastisch, aber auch Rachel, Viannes beste Freundin kommt nicht zu kurz.

Kristin Hannah hat mit diesem Buch etwas Großartiges geschaffen. Der Leser liest nicht nur über den zweiten Weltkrieg, sondern er erlebt ihn regelrecht an der Seite von den beiden Schwestern mit. So habe auch ich diesen Krieg regelrecht erleben dürfen und bin jedes Mal beim Lesen derart gefesselt gewesen, dass ich die Zeit darüber vergaß, die Seiten flogen dahin und ich erlebte Höhen und Tiefen am eigenen Leib mit.

Fazit:

Selten hat mich ein Buch derart berührt, mitgenommen und gleichzeitig verzaubert. Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können und doch wollen beide im Endeffekt das Gleiche – nur auf verschiedenen Wegen.

 

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