Ebert, Sabine: Schwert und Krone – Meister der Täuschung

Schwert und Krone – Meister der Täuschung
Barbarossa-Ära
Sabine Ebert
Historisch
Knaur HC / Argon Verlag
1. März 2017 / 23. März 2017
Gebundene Ausgabe / Hörbuch
592 / 7 CDs

 

3. Dezember 1137: Kaiser Lother III. ist tot. Vor seinem Tod jedoch, hat er entgegen der herrschenden Prinzipen seinen Schwiegersohn Heinrich den Stolzen als seinen Nachfolger bestimmt und ihm die Reichsinsignien überreicht.

Dies kann der Erzbischof von Trier, Alberto von Montreuil, nicht dulden und versucht daher mit Täuschungen und Intrigen Konrad von Staufen auf den Thron zu erheben. Doch auch Konrad muss erst davon überzeugt werden, hat er doch schon einmal als König kläglich versagt…

Der erste Band einer neuen Saga rund um die Barbarossa-Ära beginnt mit den Jahren 1137 bis 1147. Kaiser Lothar stirbt überraschend auf dem Heimweg, noch überraschender ist jedoch, dass er bereits im Vorfeld seinen Schwiegersohn als Thronerben bestimmt und ihm die Reichsinsignien überreicht hat. Dieser Schachzug erfordert ein sofortiges Handeln des Erzbischofs von Trier.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatte mich die Geschichte gefangen genommen. Es wurden Intrigen gesponnen, Ränkezüge angestrebt, Verbündnisse geschlossen, kurz, es war immer etwas los im Reich. Sabine Ebert zeigt mit diesem Buch, dass sie zu den ganz Großen gehört. Dass sie es versteht, nicht nur umfangreiche Büche rund Sagen zu schreiben, sondern den Leser abholt, ihn sozusagen in Mittelalter entführt und ihm die damalige Geschichte Stück für Stück näher bringt.

Zwar gibt es eine Menge Protagonisten, auch jede Menge Schauplätze. Es wird auch nicht unbedingt einfacher, wenn manche Personen gleich (zumindest den Vor-) Namen besitzen. Doch mit der Zeit bekommt man einen sehr guten Überblick, lernt die wichtigsten Personen immer mehr kennen.

Gerade Nebenfiguren wie der Spielmann Lukian werden schnell plastisch, sympathisch und greifbar. Aber auch die Adligen fallen durch ihnen typische Charakterzüge auf.

Die Geschichte wird getrieben von politischen Ränkespielen, bei denen es vor allem um Macht, Besitz und Glaube geht. Die Autorin hat viele historisch belegbare Figuren verarbeitet, ebenso wie Ereignisse. Aber natürlich musste sie die eine oder andere Figur hinzuerfinden oder Lücken überbrücken. Beides ist ihr hervorragend gelungen, denn die Geschichte ist in sich schlüssig, geballt, aber nie langweilig oder langatmig.

Das Buch ist zusätzlich mit einer farbigen Karte im Vorsatz, einem Stammbaum im Nachsatz, sowie einem Personenregister vorne, sowie Stammtafeln, einem Glossar und einer Zeittafel ausgestattet.

Das Hörbuch, welches ich parallel im Auto gehört habe, wurde von Gabriele Blum gelesen. Es umfasst 7 CDs. Sehr schön fand ich bei dem Hörbuch, dass es über einen Zeitstrahl verfügt. So konnte man, hatte man nur das Hörbuch zur Hand, daran ablesen und zuordnen, wo man sich in der Geschichte befindet und welches die wichtigsten Ereignisse waren.

Gabriele Blum kannte ich als Sprecherin bislang noch nicht, so dass ich mich erst an ihre Stimme gewöhnen musste. Recht schnell hatte ich mich mit ihr angefreundet, ihre warme, etwas dunkle Stimme, aber auch ihre Aussprache konnten mich begeistern (nicht zuletzt bei den slawischen Namen). Etwas verwirrend fand ich manchmal, dass sie einen wörtliche Rede ohne Absatz in einen Fließtext übergehen lies. An solchen Stellen stutzte ich zunächst, ehe ich bemerkte, dass die wörtliche Rede vorbei war und Fließtext folgte.

Nichtsdestotrotz haben mir das Hörbuch wie auch das Buch sehr gut gefallen. Friedrich Barbarossa tauchte in diesem Buch nur am Rande auf, aber er ist immer wieder präsent und man merkt, wie er sich vom Knaben entwickelt, erkennt, was und von wem er letztlich beeinflusst wird.

Fazit:

Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung der Reihe. Der erste Band war ein gelungener Einstieg in die Thematik und machte deutlich Lust auf mehr. Es ist zwar kein Buch, das man zwischendurch weg lesen kann, aber dafür ist es spannend und mitreißend, ohne dass man um sein eigenes Leben fürchten muss.

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.