Oord, Lodewijk van: Das letzte Nashorn

Das letzte Nashorn
Lodewijk van Oord
Belletristik
Albrecht Knaus Verlag
21. März 2016
Hardcover
256

Edo Morell hat eine Vision. Er nennt sie den „Masterplan“ und möchte damit den Amsterdamer Zoo revolutionieren. Als Direktor des Amsterdamer Zoos sieht er vordergründig die Zahlen, Besucher des Zoos sind für ihn zahlende Kunden und er behandelt diese auch so. Die Tiere scheinen für ihn nicht mehr als ein Mittel zum Zweck zu sein, auch wenn die Pfleger immer wieder versuchen, ihn für die von ihnen betreute Tiere zu begeistern versuchen.

Aber Edo hat etwas ganz anderes mit dem Zoo vor und dafür braucht er die Hilfe von Spezialisten. Da er mit einer Afrikawelt beginnen möchte, stellt er die Halb-Europäerin, Halb-Afrikanerin Sariah Malan ein.

Sariah Malan, Tochter einer Niederländerin und eines Afrikaners, widmete ihr Leben bislang den Dickhäutern und erforschte hier vor allem zusammen mit ihrem Vater die Nashörner Afrikas.

Unterstützung erhält Edo außerdem von dem ehemaligen Politiker und Vorstandsmietglied Frank Rida. Selbst kinderlos und unverheiratet, sieht er in Edo eine Art Kindersatz, den es zu fördern gilt.

Die Geschichte beginnt mit Edo, dem man auf einem Rundgang durch den Amsterdamer Zoo folgt. Dabei wird einem schnell deutlich, wie Edo zu den Tieren und seinem Arbeitsplatz steht. Der Autor legt einen sehr ruhigen, aber dennoch fesselnden Schreibstil an den Tag. Obwohl man zunächst wenig Dialoge und Handlung hat, ist die Geschichte dennoch farbig, leicht und flüssig zu lesen. Mit etwas Ironie, Wortwitz und Sarkasmus, schafft der Autor einen humorvollen Unterton.

Aber der Autor möchte mehr erreichen und legt einen kritischen Oberton dazu. Somit wird der Roman nicht nur unterhaltsam auf der einen Seite, sondern auch noch tiefsinnig und regt zum Nach- und Mitdenken an.

Nach du nach erfährt man als Leser die Geschichten der drei Hauptprotagonisten, die zu Beginn noch viele Fragen aufwirft und bei der man als Leser immer wieder nur kleine Häppchen zugeworfen bekommt.

Ich selbst war vor zwei Jahren schon einmal im Amsterdamer Zoo und er hatte mir gut gefallen. Die Vision von Edo konnte ich mir bildlich vorstellen, da mir die örtlichen Gegebenheiten bekannt waren.

Was mich ein wenig störte war, dass man zu Beginn eines Kapitels zunächst nicht wusste, mit wem man es zu tun hat. Der Autor wechselt nämlich die Perspektive. Man beginnt mit Edo, aber dann kommen Sariah und Frank noch hinzu und erst durch das Lesen der ersten Seite eines Kapitels kann man erkennen, um wen es im aktuellen Kapitel geht. Hier hätte ich mir eine Überschrift mit dem Namen des jeweiligen Protagonisten gewünscht, damit das Rätselraten zu Kapitelbeginn entfällt und man sich gleich ganz auf die Geschichte einlassen kann.

Fazit:
Ein Roman mit vielen Facetten, humorvoll, tiefgründig, geheimnisvoll und doch so spannend, dass man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen und die Geschichte immer weiter Fahrt aufnimmt.

 

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