Finnek, Tom: Gegen alle Zeit

Gegen alle Zeit
Tom Finnek
Historisch
Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth)
25. November 2011
Gebundene Ausgabe
541

 

In seinem zweiten Roman erzählt Tom Finnek den Alptraum des Schauspielers Henry Ingram. Statt nach der Premierefeier mit einem Kater im 21. Jahrhundert aufzuwachen, wacht er im 18. Jahrhundert mitten unter Gaunern und Huren auf. Als würde das nicht schon reichen, trifft er dort auf die Figuren aus seinem Premierestück “Bettleroper”. Nach und nach lernt er alle Beteiligten kennen, bis hin zum Dichter und Komponisten.
Gleich nach seinem Erwachen muss er zusammen mit dem Gauner Blueskin, der resoluten Hure Edgworth Bess und einigen anderen, den Räuberhauptmann Jack Sheppard aus Newgate befreien. Und ehe er es sich versieht, wird er selbst zum Gejagten und muss um sein Leben fürchten …

Der zweite Roman knüpft an den ersten Roman “Unter der Asche” an. Die beiden Bücher sind sehr gut getrennt zu lesen und der Leser erkennt, wenn er den ersten Band kennt, einige Personen bzw. Ereignisse wieder.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben, so dass der Leser einmal Henry begleitet oder die Hure Bess oder gar Blueskin. So erhält man einen umfassenden Überblick über das Geschehen.

Der Schreibstil ist flüssig und spannend. Man ist von der ersten Seite an gefesselt, die Seiten fliegen nur so dahin. Man taucht regelrecht ein in das London des 18. Jahrhundert und die Welt der Gauner und Huren.

“Atempausen” erhält der Leser nur dann, wenn die Sichtweise sich ändert. Diese Änderungen werden durch eigene Kapitel eingeläutet, bei denen zuerst ganzseitige schöne Illustrationen zu sehen sind. Diese und die Überschriften lassen erahnen, wen man als nächstes begleiten wird.

Natürlich gibt es im vorderen Klappendeckel einen Schnitt zu London und im hinteren eine Karte mit den wichtigsten Punkten der Geschichte. So kann man sich zum einen London im 18. Jahrhundert gut vorstellen und die Wege der einzelnen Protagonisten gut nachverfolgen.

Im Epilog findet sich versteckt ein Nachwort mit einem Hinweis drauf, was Fiction ist und was tatsächlich belegbar so stattgefunden hat. Sehr interessant und aufschlussreich.

Fazit:

Ein wunderbarer historischer Roman von Tom Finnek, den man nur empfehlen kann und bei dem ich schon sehnsüchtig auf den nächsten Band warte.

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