Pearson, Jeremiah: Die Täuferin

Die Täuferin
Freiheitsbund-Saga, Band 1
Jeremiah Pearson
Historisch
Bastei Lübbe
12. Februar 2015
Hardcover
608

 

Mit gerade mal 12 Jahren muss Kristina miterleben, wie ihre Eltern und ihre Schwester auf dem Scheiterhaufen wegen ihres Glaubens von der katholischen Kirche verbrannt werden. Ihr selbst bleibt dieses Schicksal erspart, findet sich aber kurz nach der Hinrichtung in einem Kloster wieder. Dort lernt sie Schwester Hannah kennen. Zusammen mit ihr, flieht sie nach Kunwald. Denn dort können Täufer ohne Sorge leben und arbeiten.

Fünf Jahre später heiratet Kristina den ehemaligen Priester und Reformator Berthold und zieht gemeinsam mit ihm und 5 anderen in die Welt hinaus, um ihren Glauben und ihre Überzeugung unter die Menschen zu bringen.
Doch schon bald stößt die kleine Gemeinschaft auf ein Schlachtfeld.

Deutschland, 1517. Der 28jährige Lud aus Giebelstadt zieht mit seinem Ritter Dietrich und 12 weiteren Giebelstädtern in den Krieg. Lud dient unter Ritter Dietrich als Sergeant und versucht alles, um die Jungen wieder lebend nach Hause zu bekommen. Doch dann trifft der Trupp auf die türkischen Kämpfer und Lud sieht sich einer schweren Aufgabe gegenüber stehen.

Der erste Band der geplanten Trilogie gliedert sich vor allem in zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite lernt man Kristina und die Täufer aus Kunwald kennen. Mit ihnen zusammen reist man von Kunwald gen Mainz, doch dabei trifft man unterwegs auf das Schlachtfeld, in dem auch Lud und die Seinen gerade einen Kampf um Leben und Tod austragen.

Im zweiten Strang begleitet man Lud von Giebelstadt in den Krieg. Durch die jeweilige Perspektive, lernt man die beiden Hauptprotagonisten sehr gut kennen. Ihre Ängste, Nöte, Gefühle, aber auch Übelregungen und Zweifel werden dem Leser nahe gebracht und regen zum Denken an.

Auch wenn die Geschichte etwas komplex ist, so kann man ihr doch einfach folgen. Jedes Kapitel wurde mit dem Namen desjenigen überschrieben, um den es in dem Abschnitt gerade geht. So kann man die Stränge leicht auseinander halten. Natürlich gibt es viele Überschneidungen, vor allem, nachdem Kristina und Lud aufeinandertreffen. Jedoch waren diese Wiederholungen keinesfalls langweilig, da sie von den Personen unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wurden.

Gerade im Kampf wurde so eine Schlachtszene mal aus der Sicht eines Kämpfers, mal aus der Sicht einer unbeteiligten Dritten beschrieben und man konnte sich als Leser ein umfassendes Bild machen.

Sämtliche Personen – und es sind nicht gerade wenige – wie man nach einem Blick auf das Personenregister gleich zu Beginn des Buches sofort erkennen kann, wurde ein eigener Charakter zugewiesen. Keiner ist makellos, jeder hat seine Eigenschaften, Schwächen oder Launen. Man kann sie daher sehr gut im laufenden Text voneinander unterscheiden.

Die Geschichte ist spannend und mitreißend erzählt, aber wie auch im wahren Leben, gibt es Momente, in denen Ruhe herrscht und es Zeit zum Innehalten und Nachdenken gibt. Der Autor schafft es, nicht die Figuren lebensnah zu gestalten, sondern auch das Leben drumherum.

Das Ende der Geschichte kommt viel zu schnell und lässt noch etliche Fragen offen, so dass man auf eine baldige Fortsetzung hofft.

Der Schreibstil von Jeremiah Pearson ist flüssig, spannend und sehr gut zu lesen. Die Wiederholungen ergeben durchaus einen Sinn, da der Autor damit dem Leser seine Geschichte näher bringen will und auch die Werte und Ideologien der Figuren unterstreichen möchte.

Vorne wie hinten finden sich zwei farbige Karten zu Deutschland und Würzburg im Jahr 1517, auf denen man die Wege der Protagonisten verfolgen kann. Größtenteils brauchte ich diese Karten jedoch nicht, da der Autor die Umgebung und Wege sehr bildhaft und detailliert beschrieben hat, ohne dabei ermüdend oder langweilig zu werden.

Fazit:
Ein gelungener Auftakt zu einer spannenden Reihe um die Täuferin Kristina und den Sergeanten Lud.

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