Scheunemann, Frauke: Ein Kater in geheimer Mission

Ein Kater in geheimer Mission
Winston, Band 1
Frauke Scheunemann
Jugendbuch
Loewe
15. August 2013
Gebundene Ausgabe
240

 

Winston ist ein sehr ruhiger Kater, der auf seine edle Herkunft als British Kurzhaar pocht.
Er lebt in einem Mietshaus bei seinem Menschen, einem Physikprofessor und führt dort das angenehme und verwöhnte Leben einer reinen Hauskatze. Sein Fressen bekommt er von der Haushälterin grundsätzlich frisch zubereitet vorgesetzt.

Doch eines Tages verlässt die Haushälterin die beiden Männer, um zu heiraten und eine eigene Familie zu gründen. Aber sie vermittelt noch ihre Nachfolgerin. Anna soll von nun an den Haushalt des Professors führen und sich auch um Kater Winston kümmern.
Soweit klingt es harmonisch, doch dann bekommt Anna mit ihrem Freund Probleme und sucht beim Professor Zuflucht. Sie kommt aber nicht alleine, im Schlepptau hat sie ihre zwölfjährige Tochter Kira.

Kira und Winston freunden sich nach und nach an. Kira kann nicht verstehen, wieso Winston eine reine Hauskatze ist und möchte ihm unbedingt die Welt da draußen” zeigen. Bei so einem Ausflug passiert es dann. Während eines Gewitters tauschen Winston und Anna plötzlich die Körper!
Aber das ist noch nicht alles, Anna und Winston können miteinander reden. Noch während sie überlegen, wie sie dieses Missgeschick wieder rückgängig machen können, bekommt auch Anna Probleme. Kira und Winston wollen ihr helfen und geraten dabei selbst in Gefahr.

Ein Buch über eine Katze, die mit einem Menschen den Körper tauscht. Warum nicht? Über vertauschte Körper hatte ich ja schon so einiges gelesen, warum nicht mal der Tausch zwischen einem Menschen und einem – wenn auch sehr aufgeblasenen – Kater?

Das Cover stimmt den Leser gleich richtig in das Buch ein. Rosa-pink leuchtet es einem entgegen und darauf ein schwarzer Kater mit leuchtend grünen Augen. Der kleine, wie der große Kater auf dem Cover ziehen den Leser magisch in seinen Bann und auch das dazu passende Lesezeichen verstärken den positiven Ersteindruck.

Frauke Scheunemann hat mit den vier Büchern zu dem Dackelmischling Herkules schon bewiesen, dass sie sich gut in unsere tierischen Mitbewohner einfühlen kann. Auch wenn zwischen Hund und Katz doch ein gewisser Unterschied besteht. Man merkt deutlich, dass Frauke Scheunemann sich dieses Unterschieds bewusst ist und bringt ihn auch sehr deutlich dem Leser nah.

Winston, eine männliche Diva fast, kann in seiner Rolle als verwöhnter Kater überzeugen. Aber auch die menschlichen Protagonisten wurden gut herausgearbeitet, natürlich steht Kira im Vordergrund und wird dadurch sehr plastisch. Durch den Körpertausch der beiden, wird noch einmal deutlich, wir unterschiedlich Mensch und Tier sein können.

Für Winston ist dieser Tausch eine Lehre. Er erkennt, dass sein Verhalten sehr egoistisch ist und dass Freundschaft mehr wert ist als der nächste Teller mit Geflügelleber mit Petersilie.

Beide Hauptprotagonisten wachsen dem Leser schnell ans Herz und man fiebert regelrecht mit, wie Kira und Winston in vertauschten Rollen den Alltag meistern. Durch die Möglichkeit, sich miteinander verständigen zu können, ist ihnen beiden natürlich etwas geholfen. So kann Kira ihr Leben Winston erklären und umgekehrt. Auch können sie einander Hinweise geben und zusammen einen Plan aushecken, wie sie Annas Mutter helfen können.

Das Leben einer Hauskatze, aber auch das von Straßenkatzen, wird realitätsnah wiedergegeben. Auch die Gedanken und Handlungen scheinen für einen Katzenbesitzer logisch und nicht ganz von der Hand zu weisen. Lediglich bei Winston bin ich mir nicht ganz sicher, aber das halte ich der dichterischen Freiheit zu Gute.

Die zwölfjährige Kira steckt mitten in der Pubertät und hat zudem noch die Schule gewechselt. Sie ist somit dabei, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen und würde gerne zu der angesagten” Clique gehören. Doch ihr Hinwirken in diese Richtung wird durch den Körpertausch mit Winston zunächst jäh unterbrochen und dann von Winston selbst unbewusst zerstört.

Die Geschichte beginnt zunächst ruhig. Alle Protagonisten werden nach und nach eingeführt und der Leser kann sie in Ruhe kennenlernen und sich mit der Situation vertraut machen. Nach dem Körpertausch geht es dann rund. Die Ereignisse überschlagen sich und auch die Situationskomik steigt rasant an. Winston stolpert von einem ins nächste Fettnäpfchen und wirkt dabei manchmal etwas hilflos. Kira kommt dagegen als Katze einigermaßen gut weg und genießt das Leben zwischen Schlafen und Fressen.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Jugendbuch und wird für Leser ab 11 Jahren empfohlen. Sprachlich wurde das Buch dieser Altersstufe angepasst. Jedoch ist es auch für Erwachsene gut und spannend zu lesen. Mit viel Humor lässt Frauke Scheunemann den Kater Winston lebendig werden und den Leser Teil haben an der Geschichte um Winston und Kira und ihrem unglaublichen Körpertausch – für den der Professor im Übrigen eine Erklärung zu liefern weiß.

Fazit:
Der kurze Einblick in das Leben von Winston schreit nach einer Fortsetzung und fesselt sowohl die jungen wie die älteren Leser. Ich freue mich schon jetzt auf eine weitere Geschichte aus dem Leben des Katers Winston.

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