Heidelberger Literaturcamp 2017 (23.06.2017 – 25.06.2017)

Es ist wieder so weit!

 

Das diesjährige Literaturcamp in Heidelberg naht mit großen Schritten und die ersten Teilnehmer sind ganz offensichtlich schon unterwegs. Hier kann man auf Twitter ein wenig die ganzen Posts dazu verfolgen:

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Fertig lesen: Heidelberger Literaturcamp 2017 (23.06.2017 – 25.06.2017)

22. 11. 2016: Besuch des Weingutes „von Winning“ in Deidesheim/Pfalz

Im Rahmen eines Workshops sollte eine Exkursion zum Weingut „von Winning“ in Deidesheim/Pfalz mit einer Weinprobe stattfinden.
20161122_175440Der Weg vom Hotel war schnell zurückgelegt und es begrüßte uns ein schöner Altbau in stimmungsvoller Abendbeleuchtung. Im Verprobungsraum empfing uns eine Dame, die sich selbst als Christine vorstellte und die Führung durch die Gewölbekeller mit uns machen sollte.

Nach dem netten Empfang gab es einen Überblick zum weiteren Ablauf und es wurden Weingläser verteilt. Dann ging es über den Hof zu einem Kellertor über dem „Haustrunkkeller“ zu lesen war. Die alten, ausgetretenen Steinstufen machten den Abstieg zu einer Herausforderung, war man doch darauf bedacht, das Weinglas nicht zu beschädigen und selbst nicht zu stürzen.

Unten angekommen durfte man nach einer kurzen Einleitung den ersten Wein verkosten, den 2015er Weißen Burgunder „Hummelbusch“.

Während wir probierten, erfuhren wir etwas zur Entstehung de20161122_175255s Weingutes:

Bereits 1849 wurde das Weingut im Kern von Friedrich Deinhard gegründet unter dem Namen „Deinhard“ gegründet. 1871 übernahm dessen Sohn Andreas Deinhard das Weingut und vererbte es nach seinem Tod seiner Tochter Emma, die mit Leopold von Winning verheiratet war. Im Rahmen dieser Übernahme wurde das Weingut in „von Winning“ umbenannt.

Als das Weingut nach Leopold von Winnings Tod im Jahre 1918 den Besitzer wechselte, durfte der Name „von Winning“ nicht beibehalten werden und das Weingut trug wieder den Namen „Dr. Deinhard“.

Erst im Jahre 2007, als der Unternehmer Achim Biederberger das Weingut aufkaufte, konnte das Weingut im Jahre 2009 wieder in „Von Winning“ umbenannt werden.

20161122_175244Neben der bewegten Geschichte des Weingutes, erfuhren wir auch einiges zu den unterschiedlichen Weinen, den Anbau der Reben, die Lese, Verarbeitung und vor allem auch den Unterschied zwischen einer Gärung im Holzfass (von Winning: würzig, komplex, strukturiert und transparent) und einer Gärung im Edelstahlfass (Dr. Deinhard: klar, frisch und fruchtbetont). Beide Linien werden im Weingut von Winning immer noch produziert, auch wenn die Gärung im Holz mengenmäßig höher ist. Der zweite Wein war ein 2013er Chardonnay II.

Es war im Übrigen kein Problem, sollte einem ein Wein nicht zusagen, diesen in einer Ablaufrinne, die sich durch die unterirdischen Gänge zog, zu „entsorgen“ oder, sollte das Gegenteil der Fall sein, noch einen Schluck nachzufordern.

20161122_175205Die Führung durch den Gewölbekeller führte uns nicht nur durch eine geschichtsträchtige Vergangenheit eines alten Familienunternehmens, sondern zeigte auch die zeitlich bedingten Spuren. Hat man einige Bereiche ursprünglich belassen, nackte Wände, mit Steinplatten ausgelegte Böden, fanden sich zwischendrin Räume, die modern gefliest und gestaltet waren. Edelstahlfässer standen deckenhoch aneinandergereiht in modernen 20161122_175736Kellerräumen, während die Holzfässer in unterschiedlichen Größen (v.a. Stückfass (1.200 l) und Doppelstückfass (2.400 l)) in den alten Kellergewölben aufgebockt ruhten. Gerade in diesen alten Gewölbekellern fiel uns eine schwarze Schimmelbildung an den Wänden auf. Diese, so erklärte uns Christine, wäre die Folge eines hervorragenden Klimas für die Weingärung.

Es folgten die Weine 3 und 4, zum einen ein 2015er Ruppertsberger Reiterpfad und zum anderen ein 2015er Kalkofen.

Überhaupt machte Christine einen sehr kompetenten Eindruck im Hinblick auf Wein, seine Entstehung von der Traube bis zum fertigen Wein im Glas. Man spürte deutlich, dass sie für Wein lebte und ein wenig konnte sie ihre eigene Begeisterung auf unsere Gruppe übertragen.

Mit den Weinen 5 und 6, einem 2015er WIN WIN Rosé und einem 2014er Noir endete unsere Führung Rundgang durch das Weingut und nach etwa 1,5 Stunden hieß es schon wieder Abschied nehmen.

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Voll mit Eindrücken zu einem sehr interessanten Weingut mit bewegter Vergangenheit, tollen Weinen und dem Gedanken, vielleicht einmal wieder zu kehren.

2016: Zaanse Schans, Niederlande

 

Zaanse Schans
Zaanse Schans

 

 

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Elmar, Carmen und Iny im Hintergrund die goldene Wanderhure
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Carmen und Iny vor dem Trophäenschrank

Auch in diesem Jahr uns mal wieder nach München verschlagen, um gute Freunde zu besuchen. So durften wir einige Tage bei Iny Klocke und Elmar Wohlrath (auch bekannt als Iny Lorentz) verbringen.

 

 

Neben einer sehr leckeren Verpflegung, gab es tolle Gespräche und vor allem auch eine tolle Empfehlung für unseren anstehenden Urlaub.

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Iny und Carmen im Garten

Als Elmar nämlich hörte, dass wir nach Zandvoort fahren und Vanessa sich für die Vergangenheit interessierte, wie die Leute früher gelebt haben, setzte er sich gleich an den Computer und suchte. Und suchte und lies mich verwirrt im Raume stehen. Dann wurde er fündig.

 

 

 

 

Zaanse Schans

 

Was ist Zaanse Schans?

Bei Zaanse Schans handelt sich um eine Anlage mit Häusern und Werkstätten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die aus der Region Zaanstreek nach Zaanse Schans gebracht wurden. So finden sich an diesem Ort neben alten Wohnhäusern, Läden, Packhäuser auch noch verschiedene Mühlen. 2015 kam das letzte Haus nach Zaanse Schans, aber es soll noch weiter gehen.

 

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Kalverpolder

Wir hatten mit dem Wetter Glück gehabt. Im strahlenden Sonnenschein gelegen, begrüßte uns der Kalverpolder, eine besondere Moorwiesenlandschaft. Neben einigen Tieren, konnten wir sehen, dass hier vor allem Wasser reichlich vorhanden ist. Dank des schönen Wetters, hatten wir eine herrliche Aussicht vom Aussichtsturm.

Im Zaans Museum mussten wir zum einen den Eintritt in das Freilichtmuseum lösen, konnten uns aber zeitgleich die Ausstellungsstücke und den Verkade Pavillon anschauen.

Zaanse Museum
Zaanse Museum

Hier hatten wir die Wahl, ob wir so durchgehen oder einen Audioguide (auch in Deutsch) mitnehmen wollen.  Wir sind so durchgelaufen und haben uns nach den Kindern gerichtet, denen viel erklärt und haben uns nicht zu lange im Museum aufgehalten. Die meiste Zeit haben wir im Verkade Pavillon verbracht.

 

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Claude Monet

Im Museum gab es viele Fundstücke, Sachen um den Walfang, Reklamekplakate, Scherenschnitte, Bilder, alles chronologisch angeordnet und thematisch sortiert. Das Herzstück bildete ein echter Claude Monet, der erst 2015 vom Museum erworben wurde. Claude Monet hielt sich vom 4. Juni bis zum 9. Oktober 1871 in der Zaanstreek auf.

 

Nach dem Museum ging es weiter in den Verkade Pavillon, in dem man die Geschichte der Firma Verkade nachverfolgen konnte. Von Teelichtern bis hin zu Schokolade und Kekse. Das war für die Kinder sehr interessant. Sie konnten den Herstellungsprozess verfolgen, durften Kekse probieren und auch an Monitoren verschiedene Dinge ausprobieren und versuchen.

 

img_9654-kopieNach dem Zaans Museum ging es dann zu den eigentlichen Häusern über eine der zahlreichen Brücken. Wir haben uns nicht alle Häuser angesehen. Für manche muss man übrigens noch einmal gesondert Eintritt bezahlen. Wir hatten uns gleich zu Beginn die „Zaanse Schans Card“ gekauft gehabt. Mit dieser Karte hatten wir Eintritt in eine der vielen Mühlen, ins Museum, ins Tijd Zaan Time Museum (Uhrenmuseum), ins Weverhuis Weaver´s House (Weberhaus, das erst 2015 nach Zaanse Schans kam) und ins Kuiperij Coopery (Böttcherei, Fassbinderei). Bei vielen anderen gab es einen Rabatt, u.a. auch auf das Parken.

 

Käserei
Käserei

Letztendlich haben wir uns die Holzschuhmacherei, das Pfannkuchenhaus, die Weberei, das Jagdhaus, den alten Albert Heijn, das Uhrenmuseum, das Kaufmannshaus, die Gewürzmühle und die Farbmühle sowie die Käserei angeschaut.

 

Es war sehr interessant und informativ. Die Leute waren teilweise historisch gewandet. Viele sprachen Deutsch oder Englisch, so dass für uns eine Verständigung problemlos möglich war. Meiner großen Tochter haben vor allem das Weberhaus und das Uhrenmuseum gefallen. Warum? Dort gingen die Damen und Herren auf Kinder noch einmal besonders ein. So hatte meine Tochter ein großes Interesse an den Webstühlen gezeigt. Da sie seit kurzen selbst ein wenig webt, war es für sie natürlich interessant zu erfahren, wie man das früher gemacht hat, bzw. wie das mit diesen Webstühlen geht. Eine Dame fragte kurz unsere Sprache ab, bat um ein Geduld und geleitete die Herrschaften, denen sie zuvor einige Fragen beantwortet hatte hinaus. Dann kam sie zu uns, ich erklärte ihr kurz, was meine Tochter wissen wollte und schon fing sie an, es ihr zu erklären und zu zeigen. Langsam und für eine Fünfjährige verständlich führte sie einige Webschritte vor. Das begeisterte meine Tochter schon einmal, dann führte sie uns durch das restliche Haus, zeigte und erklärte die Einrichtung, rundete das Ganze noch mit kleinen Anekdoten ab. Da der Papa vor dem Haus mit der schlafenden Schwester im Kinderwagen wartete, wurde er gleich hineingeschickt. Er musste sich das auch ansehen.

 

Uhremuseum
Uhremuseum

Die nächste Begeisterung kam dann im Uhrenmuseum. Erst wollte sie nicht hinein, aber als dann der Papa hineinging, schlich sie hinterher. Zusammen mit ihrem Papa, schaute sie sich dann die verschiedenen Uhren an, von denen eine sogar von Napoleon stammen soll. Irgendwann kam der Leiter des Museums zu den beiden und fragte meine Tochter, ob sie das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein kennen würde. Schüchtern bejahte sie. Dann fragte er, wo sich denn das siebte Geißlein versteckt habe – keine Antwort von dem schüchternen Mädchen. Also klopfte er verschiedene Möglichkeiten ab, bis sie schließlich antwortete: „Nein… in der Uhr!“. Und dann gingen die beiden – gefolgt von einem belustigten Papa – zu einer Standuhr. „Richtig!“, sagte der Mann, öffnete die Standuhr und zog an einem Nylonfaden. Zum Vorschein kam ein kleines Geißlein!

 

Mühlen
Mühlen

In Zaanse Schans kann man natürlich noch viel mehr besichtigen, leider reichte uns die Zeit nicht aus. Aber alleine an Mühlen gab es eine größere Auswahl: Gewürzmühle, Sägemühlen, Farbholzmühle, Ölmühlen – leider nicht alle immer geöffnet. Da sollte man sich im Vorfeld erkundigen, wenn man an einer bestimmten Mühle interessiert ist.

 

Albert Heijn
Albert Heijn

Neben dem Zaanse Museum gibt es noch das Bäckereimuseum (kostet extra), den Albert Heijn (kostenfrei), das Museum Zaanse Tijd (Uhrenmuseum, kostet extra oder mit der Card kostenfrei) und das Webermuseum (kostet extra oder mit der Card kostenfrei). Aber auch die anderen Häuser boten neben dem eigentlichen verkauf immer noch ein kleines Museum mit an. Zum Handwerk konnte man eine Käserei, eine Holzschuhmacherei, eine Böttcherei, eine CacaoLab, eine Likörbrennerei, eine Zinngießerei und das Handwerkszentrum besichtigen.

 

Es ist sehr umfangreich und immer noch im Aufbau bzw. Ausbau. Ich denke, wenn wir wieder in die Gegend kommen sollten, schauen wir wieder vorbei. Ein Rat noch an alle, die sich für Zaanse Schans interessieren – überall gibt es Verkaufsstände, Souvenirs u.ä.. Auch wenn man eigentlich kein Geld loswerden möchte, es geht nicht. Man findet immer irgendwo etwas und auch wenn es kein „klassisches“ Souvenir wie Holzschuhe (zum Anziehen oder als Deko) wird,

Holzschuhe
Holzschuhe

so locken dann doch irgendwelche Spezialitäten. Ich selbst war überrascht, wie viele verschiedene Arten an Senf und Käse es dort gab und das schlimmste daran war: man durfte alles probieren. So wurden wir natürlich erfolgreich verführt und haben uns kräftig mit Mitbringseln für die Familie eingedeckt.

 

Letztlich war es ein schöner Tag gewesen. img_4506Für die Kinder zwischendurch etwas langweilig, für meine große Tochter aber auch sehr lehrreich. Viele ihrer Fragen, wie man früher lebte, was man früher wie machte, … konnte geklärt und gezeigt werden. Sie war im Endeffekt dann doch begeistert und hat noch Tage danach davon geschwärmt.

 

Ich würde sagen, ein Beuch lohnt sich auf jeden Fall und P.S. auch wenn man vor Ort keine Verkade – Kekse kaufen kann, die örtlichen Supermärkte führen sie und die sind super lecker!

 

 

Eet smakelijk en plezier hebben in Zaanse Schans!

 

 

 

Impressionen

 

Fotos: (c) Andreas Schörnig und Carmen Vicari

 

Öffnungszeiten:

Mo. – So.: 10.00 – 17.00 Uhr

(25. Dez. und 1. Jan. geschlossen)

Eintritt mit der Zaanse Schans-Card:

€ 15,– für Erwachsene
€ 10,00 für Kinder (> 4 bis 7 Jahre)

 Vorteile der Zaanse Schans-Card:

• Gratis Eintritt ins Zaans Museum
• Gratis Eintritt ins Wevershuis
• Gratis Eintritt in die Küferei
• Gratis Eintritt in eine Mühle nach Wahl, weitere Mühlen mit 50 % Rabatt. Zur Auswahl stehen die Färbermühle De Kat, die Sägemühle Het Jonge Schaap oder die Ölmühle De Zoeker.
• Gratis Eintritt ins Museum Zaanse Tijd
• 30 % Rabatt auf den Eintritt ins Honig Breethuis und ins Mühlenmuseum
• 10 % Rabatt in Souvenirgeschäften und Restaurants
• Rabatt beim Parken in Zaanse Schans

(alle Angaben Stand: September 2016)

 

Bücherschatzsuche »GMEINER GO« oder Mit welcher Aktion überrasche ich meine Leser?

Heute (15.09.2016) hat mich der GMEINER VERLAG mit einer ganz eigenen Aktion überrascht. Der Verlag startete die Bücherschatzsuche »GMEINER GO«!. Mit Koordinaten, wie man sie vom Geochaching her kennt, wurden an 120 Orten in Deutschland Bücher versteckt.

Die Bücher wurden wetterfest eingeschweißt, mit einem kleinen Begleitbrief versehen und irgendwo ausgesetzt. Die Koordinaten, ggf. noch einen Hinweis auf den Ort, findet man auf der GMEINER Verlagsseite. Dort wird auch angezeigt, ob das ausgesetzte Buch bereits gefunden wurde.

Als ich gesehen habe, dass auch hier in Heidelberg ein Buch ausgesetzt wurde, machte ich mich gleich auf die Suche danach. Bewaffnet mit einer Geochaching – App und meinem Auto, in dem ich die GPS-Daten eingeben konnte, fand ich mich schon bald an der Ecke Plöck/Märzgasse wieder.

Aber wo konnte das Buch nun versteckt sein? Die Koordinaten stimmten, aber auf den ersten Blick konnte man nichts erkennen. Weitere Hinweise gab es nicht. Was nun?

Zusammen mit meinem Mann suchten wir die Umgebung ab. Erfolglos. Ich wollte schon aufgeben, aber mein Ehrgeiz war gepackt und ich überlegte mir, wenn nicht auf dem normalen Wege, dann muss ich eben etwas höher hinaus. Und so kletterte ich auf die kleine Mauer am Spielplatz, um mir einen anderen Blick auf das Gebiet zu verschaffen. Immerhin konnten wie den Bereich dank der Koordinaten etwas eingrenzen.

Und tatsächlich, nur wenige Minuten später blitzte etwas weißes unter viel Efeu und anderem Gestrüpp heraus. Ein wenig Wühlen und schon war klar, da lag kein Taschentuch oder etwas ähnliches, nein, da lag das gesuchte Buch.

Groß war die Freude, als ich es endlich in den Händen hielt.

Daher auch hier noch einmal meinen DANK an den Verlag für diese Aktion und die Buchspende.

Da der Verlag Bücher mit Lokalkolorit ausgegeben hat, war ich nicht verwundert, als ich ein Buch über Heidelberg in den Händen hielt.

 

Eine tolle Aktion, ein schöner Preis und trotz der Verwirrung, wo denn nun das gesuchte Buch stecken mag, hatten wir – mein Mann und ich – dennoch viel Spaß bei dieser ungewöhnlichen Schatz-, pardon, Bücherschatzsuche gehabt.

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Irgendwas schimmert da weiß im Gestrüpp ...
Irgendwas schimmert da weiß im Gestrüpp …
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Doch… da ist etwas…
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Eindeutig! Da liegt etwas!
GEFUNDEN!
GEFUNDEN!

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Literarischer Spaziergang mit der Autorin Claudia Schmid durch Heidelberg am 10.06.2016

In diesem Jahr gab es in Heidelberg eine ganz besondere Veranstaltung. Eine kleine Gruppe stellte sich der Aufgabe, in Heidelberg das erste Literaturcamp auf die Beine zu stellen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung konnte auch die regionale Autorin Claudia Schmid gewonnen werden. Claudia Schmid bildete den Auftakt für das Literaturcamp und lud bereits am Vorabend zum Literarischen Spaziergang durch Heidelberg ein.

Somit konnten sich Frühanreisende oder Interessierte aus der Region auf das Literaturcamp einstimmen. Claudia Schmid wollte die Teilnehmer auf einen Rundgang durch Heidelberg mitnehmen, den sie an ihre beiden Romane („Die brennenden Lettern“, 2011 und „Die Feuerschreiber“, 2016) angelehnt hat. Im Fokus stand das kommende Lutherjahr.

Treffpunkt war der Brunnen am Uniplatz, um 19 Uhr sollte es losgehen. Von den 30 angemeldeten Personen, waren letztlich nur 19 inkl. einem Kind anwesend, da einige Teilnehmer nicht pünktlich anreisten. Trotzdem war es eine interessante Runde, bei dem mir die Größe sehr angenehm war.

Nach der Begrüßung und kleinen Einführung durch Claudia Schmid ging es auch gleich zur ersten Station – der Erinnerungsplakette, die an Martin Luthers Aufenthalt im Kloster der Augustiner und an seine Heidelberger Disputation am 26. April 1518 erinnern soll, bei der auch Paul Fagius dabei war, der später in Isny die erste hebräische Druckerei im deutschen Sprachraum errichtete.

Claudia Schmid ließ es sich nicht nehmen, hier eine kurze Passage aus ihrem Buch „Die brennenden Lettern“ (S. 39-41) vorzutragen. Wie immer, wenn ich Claudia Schmid in Aktion erleben durfte, merkte man ihr an, dass sie neben dem Bücher schreiben auch öfter als Komparsin unterwegs ist. Sehr lebendig trug sie die kurze Passage vor, so dass man die Protagonisten vor sich sah.

Die kurze Lesung war so ansprechend, dass selbst ein vorbeikommender Passant stehen blieb und gebannt lauschte, bis Claudia Schmid ihren Vortrag beendete. Mit einem kurzen Blick auf die Unibibliothek im Jugendstil machten wir an der Peterskirche den nächsten Halt.

Nach einigen Worten zur Bibliothek ging es über die Seminarstrasse und Schulgasse zur Jesuitenkirche. Vor der Kirche erfuhren die Teilnehmer dann, dass etwa 10.000 Briefe von Philipp Melanchthon erhalten sind. Der gebürtige Kurpfälzer war gerade mal 1,50 m groß und hatte einen leichten Sprachfehler, konnte sich aber den Ruf als „Praeceptor Germinae“ (Lehrer Deutschlands) sichern. Philipp Melanchthon studierte an der Heidelberger Universität, ehe er nach Tübingen wechselte, wo ihn dann der Ruf an die Leucorea ereilte, an der er zum Reformator wurde. Trotz der Ferne hat er Heidelberg bis zu seinem Tod im Jahr 1560 noch mehrfach besucht.

Die nächste Station war der Brückenaffe an der Alten Brücke. Von hier hatten die Teilnehmer zum einen einen wunderbaren Blick auf den Philosophenweg auf der anderen Seite des Neckars und konnten zum anderen gleichzeitig den Neckar in der Abendsonne bewundern.

Das Ende des Literarischen Spaziergangs bildete die Heiliggeistkirche, die ein Beispiel für die Reformation in Heidelberg darstellt. Im Schatten der Schlossruine erfuhren die Teilnehmer die Geschichte des historischen Baus. Auch erfuhr man die Geschichte des Hotels zum Ritter, das den Brand im Jahre 1693 (Pfälzischen Erbfolgekrieges) als einziges Gebäude überstand, da es aus Stein ist.

Damit endete der Literarische Spaziergang durch Heidelberg, der für alle Teilnehmer sehr interessant und unterhaltsam war. Man hat selbst als Heidelberger viel erfahren, manches neu entdeckt und war am Ende neugierig geworden auf das neue Buch von Claudia Schmid, welches am 01. September 2016 erscheinen soll.

Mir hat der Rundgang viel Spaß gemacht und ich freute mich schon auf den kommenden Tag, denn wenn ein Literaturcamp so schon startet, wie geht es dann weiter? – Ich war gespannt.

 

Fotos: Jürgen Schmid